Schließanlagen und Zusatzbausteine im Vergleich

Welche Schließanlagen eigenen sich für die Zutrittsorganisation? Welche Vor- und Nachteile bieten die unterschiedlichen Systeme? Das Zugangsmanagement wird im Rahmen eines Audits gerne überprüft. Die Einhaltung von gesetzlichen Regelungen, unternehmensinternen Bestimmungen oder durch dritte Parteien auferlegte Regularien entscheidet dabei mit über eine erteilte Zertifizierung.

Lutz Rossa, Dipl.-Ing. (FH) Nachrichtentechniker, Sicherheitsberater der Von zur Mühlen’schen, ist Spezialist für Leitstellen, Zutrittskontrolle und Videotechnik sowie ISO 27001-Lead-Auditor. Er hat verschiedene Systeme betrachtet und erläutert nachfolgend das Vorgehen bei einer medienübergreifenden Zutrittslösung.

Mechanische Schließanlagen

Ein mechanisches System regelt, wer wohin gehen darf. Die Dokumentation über erfolgte Zutritte ist dabei lückenhaft. Auch der Zeitpunkt des Zutritts kann über reine Mechanik nicht erfasst werden.

Mechatronische Schließanlagen

Mechatronische Anlagen beziehen den Faktor Zeit ein und dokumentieren den Zutrittszeitpunkt. Mitunter werden die Protokolle vor Ort an den Zylindern bzw. den einzelnen mechatronischen Identifikationsmerkmalträgern (IMT) abgefragt. Somit ist die Auswertung wenig komfortabel und nicht zentral gelöst.

Elektronische Schließsysteme

Bei elektronischen Offline-Systemen erfolgt die Afrage der Zutrittsprotokolle oft noch am Zylinder. Über Network-on-Card bzw- Access-on-Card besteht die Möglichkeit, die Informationen in das Netzwerk zu holen. So können sie zentral erfasst und ausgewertet werden.

Elektronische Online-Systeme stellen die Zutrittsdaten ohne Zwischenschritt unmittelbar zur Verfügung. Damit sind sie der Optimalfall hinsichtlich Dokumentation. Durch Anpassung von Betriebs- und Organisationsprozessen können auch weniger intelligente Schließsysteme optimiert werden.

Zusatzbausteine für Schließsysteme

Als Ergänzung zur Schließanlage kann ein Schlüsseldepot sinnvoll sein. Dieses sollte an einem stategisch günstigen Ort liegen. Wird nun ein Schlüssel benötigt, so kann sich die berechtigte Person beispielsweise mittels einer RFID-Chipkarte authentisieren und den Schlüssel entnehmen.

Unter Berücksichtigung von u.a. Brand- und Rauchschutz sowie Dokumentation der Zutritte, können sog. Schutzzonen eingerichtet werden. Ein unternehmensweites Konzept definiert dabei die Anforderungen an die Übergänge. Anschließend zeigt sich, wer wann welche Schutzzone betreten darf und mit welchem Schließsystem dies realisiert werden kann.

Die Berechtigungsverwaltung der Zutrittsrechte wird wieder im Idealfall über Rollen organisiert. So werden Mitarbeitern und Besuchern Identitäten zugewiesen und die Zuweisung von Einzelrechten reduziert sich deutlich. Solch ein Rechte-Rolle-Konzept für physischen Zutritt kann unabhängig vom Schließsystem genutzt werden.

Entsprechend dem Schutzbedarf können einzelne Aspekte der vorgestellten Zutrittslösungen bereits ausreichen. Ein Projektplan für das große Ganze kann einzelne Pakete priorisieren und umsetzen, um schnelle Erfolge mit großer Wirkung auf dem Weg zum Gesamtziel zu erreichen. Eine Analyse des Bestands und gewünschten Schutzes ist hierbei der sinnvolle erste Schritt.

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