Mit dem Aufbau eines eigenen Geschäftsführungsbereichs Technik und Infrastrukturmanagement (TIM) in der operativen Zentrale des Knappschaft Kliniken Verbundes werden künftig alle zentralen technischen Dienstleistungen und Bauaktivitäten für den gesamten Verbund zusammengeführt und strukturell in Form der neu gegründeten Knappschaft Kliniken Solution GmbH aufgestellt. Deren Muttergesellschaft, die Knappschaft Kliniken GmbH, steuert die sieben Krankenhausverbünde, an denen die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) zu mindestens 50 Prozent beteiligt ist. Im Verbund aller Knappschaftskliniken werden jährlich rund 990.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Dadurch entsteht ein Jahresumsatz von 1,3 Mrd. Euro.
Unter dem Dach von TIM werden mit dieser Neuorganisation die Krankenhausbetriebstechnik, Medizintechnik und AEMP sowie die Planung und Umsetzung von Bauprojekten gebündelt und zukünftig systematisch verbundweit koordiniert. „TIM ist als Steuerungsinstrument angelegt, das technische Verantwortung, Prozesse und Entscheidungswege klarer zusammenführt“, teilte die Knappschaft Kliniken GmbH Anfang Januar 2026 mit. Zur Unterstützung dieser Steuerungslogik sollen technische Prozesse künftig stärker digital abgebildet werden. Vorgesehen seien unter anderem einheitliche Verfahren für Planung, Bau und Betrieb sowie ein zentraler Zugriff auf Planungs-, Genehmigungs- und Revisionsunterlagen. Der Aufbau des Bereichs ist auf rund zwölf Monate angelegt. Erste messbare Effekte werden ab 2027 erwartet, ab 2028 sollen ökonomische und qualitative Wirkungen sichtbar werden.
Ausbau eigener Planungs- und Baukompetenzen
Besondere Bedeutung kommt nach Angaben der Knappschaft Kliniken dem Bereich Planung und Bau zu. Hier will der Verbund künftig stärker auf eigene Kompetenzen setzen: So sollen ausgewählte Leistungsphasen der HOAI intern mit eigenen Architekten, Ingenieuren und Projektsteuerern erbracht werden. Externe Vergaben bleiben dabei auch zukünftig möglich, sollen jedoch gezielter eingesetzt werden. Ziel sei eine klarere Steuerung der Bauprozesse bei reduzierten Schnittstellen. Controlling- und KPI-Funktionen werden im Projektmanagementoffice direkt unter Verantwortung der Geschäftsführung verankert. Für die Standorte bedeute das vor allem, dass die Techniker von projektbezogenen Bauaufgaben entlastet werden sollen und sich stärker auf ihre technischen Kernaufgaben konzentrieren können.
„Bei Technik und Bau stoßen fragmentierte Zuständigkeiten schnell an ihre Grenzen“, sagt Andreas Schlüter, Erster Hauptgeschäftsführer (CEO) der Knappschaft Kliniken GmbH. „Mit TIM bündeln wir Verantwortung dort, wo Entscheidungen vorbereitet und gesteuert werden müssen.“ Die Leitung des Bereichs TIM hat Frank-Michael Frede als Geschäftsführer der Knappschaft Kliniken Solution GmbH zum 1. Januar 2026 übernommen. Er verfügt nach Unternehmensangaben über langjährige Erfahrung in der Führung technischer Dienstleistungen im Krankenhausumfeld, darunter Medizintechnik, Krankenhausbetriebstechnik und AEMP. Zudem verantwortete er in der Vergangenheit IT-Prozesse einschließlich Cybersecurity und war an der Umsetzung großer Krankenhausbauprojekte beteiligt.
Knappschaft Kliniken bündeln Technik und Infrastrukturmanagement

