Der neue Sicherheitsmonitor (SiMon) 2026 zeigt, dass insbesondere physische Einbrüche für Unternehmen eine reale Bedrohung darstellen und viele Befragte Defizite beim Schutz kritischer Infrastrukturen sehen.
Im Jahr 2024 waren 45 Prozent der befragten Unternehmen mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zudem schätzen 42 Prozent der Firmenvertreter die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein, teilten der VDMA-Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung GmbH und die Messe Essen am 22. September bei der Präsentation des SiMon 2026 zum Auftakt der Fachmesse Security in Essen mit. Für die repräsentative Studie wurden 4.000 Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt.
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagte Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im VDMA-Fachverband Sicherheitssysteme. Für die Sicherheitsindustrie bedeute das, „bestehende Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unterschiedliche Technologien intelligent miteinander zu verbinden“, ergänzte Janser.
Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik spielt nachweisbare Qualität eine immer größere Rolle. Laut der aktuellen Studie nennen 29 Prozent der Unternehmen die unabhängige Zertifizierung eines Produkts als wichtiges Kaufkriterium (38 Prozent bei Privatpersonen). Weitere relevante Kriterien sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik. „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht“, erklärte Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH.
Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen
Defizite sehen die Befragten bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Optimierungsbedarf. 30 Prozent halten verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation für eine Maßnahme, durch die auch das eigene Unternehmen besser abgesichert wäre. „Der Sicherheitsmonitor macht eine gefährliche Diskrepanz deutlich: Unternehmen sind in hohem Maße von Einbrüchen betroffen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel, ob unsere kritischen Infrastrukturen ausreichend geschützt sind“, stellte Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, fest.
Die wahrgenommenen Risiken führen laut der Studie bereits jetzt zu konkreten Investitionsentscheidungen. In den kommenden zwölf Monaten wollen Unternehmen unter anderem in Sicherheitskameras (29 Prozent), Einbruchmeldetechnik (16,3 Prozent), Schließsysteme (15,5 Prozent) und Türzusatzsicherungen (15,5 Prozent) investieren.


