Im herausfordernden Umfeld in Deutschland und der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation hat die Dr. Sasse Gruppe im Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz (ohne Beteiligungsgesellschaften) von 391 Mio. Euro ein Wachstum von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt (2024: 345 Mio. Euro). Inflationsbereinigt entspreche dies einem Plus von 10 bis 11 Prozent, resümierte Dr. Laura Sasse, Vorstand Finanzen und AI, im Bilanzpressegespräch am 12. Mai 2026 in München. Die Mitarbeiterzahl blieb 2025 stabil bei rund 7.500. „Dieses Ergebnis zeigt, dass unsere Leistungen gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten gefragt sind. Als Partner der deutschen Wirtschaft sehen wir es als unsere Aufgabe, aktiv zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden beizutragen“, ergänzte Katja Böhmer, Vorstand Operations & Engineering. So sieht sich das Unternehmen laut Clara Sasse, Vorstand Sales, auch für das laufende Jahr 2026 gut aufgestellt, in dem auch das 50-jährige Unternehmensjubiläum gefeiert wird.
Als Treiber des Umsatzwachstums identifizierte Laura Sasse das langjährige Vertrauen, das Kunden in das Unternehmen setzen und das auf der auf Partnerschaftlichkeit ausgerichteten DNA des Familienunternehmens basiere, sowie die konsequente Effizienzsteigerung in den eigenen Prozessen durch Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Hinzu komme Wachstum in spezialisierten, komplexen Bereichen wie zum Beispiel bei Reinräumen oder im Rechenzentrumsmarkt, ergänzte Clara Sasse. Auch sei das Unternehmen in der Lage, Kunden zu begleiten, die Standorte verlagern wollen. Entsprechende Aktivitäten gibt es beispielsweise bereits in Bulgarien, in Polen und Ungarn sollen weitere Auslandsengagements folgen. Von Singapur aus gebe es zudem Bestrebungen in Richtung Malaysia als aufstrebendem Produktionsstandort für zahlreiche weltweit tätige Industrieunternehmen.
Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und KI
Vor dem Hintergrund steigender Kosten, des Fachkräftemangels und wachsender Komplexität setzt die Dr. Sasse Gruppe nach Angaben von Laura Sasse konsequent auf Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz. „Im letzten Jahr haben wir unseren KI-Nordstern definiert – als strategische Leitlinie für den unternehmensweiten Einsatz von künstlicher Intelligenz. In Zusammenarbeit mit der UnternehmerTUM wurden flächendeckend KI-Scouts ausgebildet, die entsprechende Themen bereits heute aktiv in die Organisation tragen und weiterentwickeln“, berichtete sie. Datenbasierte Prozesssteuerung, automatisierte Abläufe und KI-gestützte Analysen sollen dabei helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen und gleichzeitig die Servicequalität weiter zu erhöhen. Parallel investiert das Unternehmen intensiv in die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden, um die Transformation aktiv zu gestalten.
Ein Beispiel im Kontext der Digitalisierung sei der Robotereinsatz in der Reinigung. 800 Geräte umfasst die Sasse-Flotte mittlerweile, bis Jahresende sollen es 1.000 werden. So entstehen laut Laura Sasse Skalierungseffekte, die für den Kunden zu Kosteneinsparungen führen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards gewährleisten. Zudem sei die Akzeptanz der Roboter bei den eigenen Mitarbeitern sehr hoch.

