Samstag, 15. Juni 2024

Grünes Wärme-Contracting für Tettnang

Engie Deutschland hat gemeinsam mit dem Regionalwerk Bodensee die Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang GmbH gründet, um kommunale Gebäude der baden-württembergische Stadt Tettnang mit Wärme aus Biomasse zu versorgen.

Die Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang GmbH wird ab 2025 ein innenstadtnahes Nahwärmenetz mit 14,1 MW Anschlussleistung und bis zu 13,2 km Gesamtlänge errichten, kündigten Engie Deutschland und das Regionalwerk Bodensee am 14. Mai an. Die beiden Unternehmen teilen sich innerhalb der Wärmeversorgungsgesellschaft die Planung, die Finanzierung, den Bau und den Betrieb und stellen die erneuerbare Wärmeversorgung für die nächsten 20 Jahre sicher, heißt es weiter aus Tettnang. Das Konzept sieht zudem eine Ausdehnung des Netzes auf angrenzende Wohn- und Gewerbegebiete vor.

Die Energiezentrale mit drei Holzhackschnitzel-Heizkesseln mit insgesamt 5,9 MW Wärmeleistung im Endausbau ist in der Nähe des Industriegebiets Bürgermoos geplant. Zum Abdecken von Spitzenlasten und für Wartungen ist ein zusätzlicher 3,5 MW-Gaskessel vorgesehen. An das Wärmenetz sollen insgesamt 14 städtische und landeseigene Gebäude angeschlossen werden, darunter der Schulkomplex am Manzenberg, das Neue Schloss, das Rathaus, die Kavaliersgebäude sowie die Stadtbücherei. Auf Basis der aktuellen Prognosen wird Tettnang bei der Wärmeversorgung künftig jährlich bis zu 4.176 t CO2 im Vergleich zum bisherigen Gaskessel vermeiden.

„Mit diesem Projekt nehmen wir als Kommune eine Vorreiterrolle im Hinblick auf den Klimaschutz ein und kommen unserem Ziel der CO2-Neutralität ein beträchtliches Stück näher“, sagte Regine Rist, Bürgermeisterin von Tettnang. Michael Hofmann, Geschäftsführer des Regionalwerks Bodensee, ergänzte: „Mit diesem Projekt werden wir unserer Verantwortung als regionaler Energiedienstleister gerecht und gestalten in einer innovativen Partnerschaft die Energiezukunft unserer größten Gesellschafterkommune.“ Für Axel Popp, Leiter Wärmenetze bei Engie Deutschland, hat „das Projekt Modellcharakter für zahlreiche weitere Städte in Deutschland, die ihre Wärmeversorgung ebenso zuverlässig wie klimafreundlich für die Zukunft ausrichten möchten.“

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