Fachkräftemangel, steigende Qualitätsanforderungen und Kostendruck verändern die Gebäudereinigung. Gleichzeitig wird Robotik vom Zukunftsthema zur Praxis: Autonome und teilautonome Reinigungsroboter übernehmen standardisierbare Aufgaben, schaffen planbare Abläufe und entlasten Mitarbeitende.
Für Unternehmen ist deshalb entscheidend: Wo kann Robotik heute einen messbaren Mehrwert schaffen – und wie lässt sie sich sinnvoll in bestehende Reinigungsprozesse integrieren?
Große Flächen, klare Prozesse – gute Voraussetzungen
Große, weitgehend unverstellte Flächen, wiederkehrende Reinigungszyklen und definierte Abläufe bieten gute Voraussetzungen für automatisierte Prozesse. Reinigungsroboter können Flächen selbstständig kartieren, Hindernisse erkennen und definierte Bereiche autonom bearbeiten. Je nach System sind auch automatisches Laden und Entleeren sowie der Betrieb außerhalb regulärer Arbeitszeiten möglich.
Ob sich Robotik heute schon lohnt, hängt vom Standort ab: Flächenstruktur, Publikumsverkehr, Bodenbelag, Arbeitszeiten und bestehende Prozesse bestimmen den sinnvollen Einsatz.
Robotik entlastet – mit messbarem Nutzen
Automatisierung bedeutet nicht, menschliche Arbeit einfach zu ersetzen. Robotik kann Mitarbeitende von monotonen und körperlich belastenden Routinetätigkeiten entlasten und Freiräume für Aufgaben schaffen, bei denen Erfahrung, Expertise und Flexibilität gefragt sind.
Dass der Nutzen bereits heute messbar sein kann, zeigen Beispiele aus der Praxis bei ISS: Bei einem Kunden aus der Medizintechnik haben robotergestützte Reinigungslösungen auf 3.000 m² Fläche täglich vier Reinigungsstunden eingespart und damit die operative Mannschaft spürbar entlastet. In einer anderen Praxisanwendung hat der Einsatz von Cobots den Reinigungsmittelverbrauch bei einem deutschen Industrieunternehmen um 53 Prozent reduziert.
Damit zeigt sich: Der Mehrwert von Robotik kann sowohl in der Entlastung von Mitarbeitenden als auch in einem effizienteren Ressourceneinsatz liegen.

Nicht jeder Prozess braucht einen Roboter
Die Begeisterungswelle rund um humanoide Robotik lenkt den Blick auf die Zukunft. Klassische Reinigungsroboter sind heute bereits einsetzbar; (teil)humanoide Systeme könnten perspektivisch weitere Service-, Assistenz- und Logistikaufgaben übernehmen. Herausforderungen bestehen unter anderem bei Navigation, Interaktion mit Menschen und Integration in bestehende Abläufe.
ISS beobachtet diese Entwicklung nicht nur, sondern gestaltet sie mit. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) und weiteren Partnern beschäftigen sich unsere Fachexperten damit, wie humanoide Robotik perspektivisch in realen Gebäude- und Serviceumgebungen eingesetzt werden kann. Forschung, Technologiekompetenz und operative Erfahrung werden zusammengebracht, um Einsatzfelder und Anforderungen frühzeitig zu verstehen und die Entwicklung praxisnah zu begleiten.

Der richtige Einstieg beginnt mit dem Prozess
ISS betrachtet Robotik als Bestandteil eines professionellen Reinigungskonzepts. Vor dem Einsatz stehen unter anderem die Analyse der Gegebenheiten, eine objektspezifische Gefährdungsbeurteilung und die Integration in bestehende Abläufe. Dabei werden auch sich wiederholende Tätigkeiten und personelle Strukturen betrachtet und somit technische, organisatorische und wirtschaftliche Voraussetzungen definiert. Auch Wartung, Software-Updates und Support können Teil eines Full-Service-Ansatzes sein. Das Ziel: die richtige Technologie am richtigen Ort.
Ist Ihr Standort bereit für Robotik?
Mit der kostenlosen Robotik-Reifegrad-Checkliste von ISS können Unternehmen zentrale Voraussetzungen systematisch und ganz einfach prüfen – von Prozessen und Flächen über Technik und Organisation bis zum wirtschaftlichen Potenzial. Sie hilft, geeignete Anwendungsfelder zu identifizieren und erste Pilotprojekte vorzubereiten.

