Bauakademie: Zunehmende Betriebskosten für Logistikimmobilien

Der NEO Logistics Impact Report 2025/2026 der Bauakademie Unternehmensgruppe zeigt die wachsenden Betriebskosten von bundesweit rund 250 Logistikimmobilien sowie ihre Zusammensetzung. Darüber hinaus deckt die Analyse erhebliche Lücken in der nachhaltigen Wärme- und Stromversorgung, dem Ausbau von Photovoltaik sowie der Reduktion von Emissionen auf.

Mit dem aktuellen Report hat die Bauakademie zum zweiten Mal ihre Analyse der Kosten- und Energiekennzahlen moderner Logistikimmobilien in Deutschland vorgelegt. Dafür wurden nach eigenen Angaben 250 Logistikhallen mit insgesamt rund 9 Mio. m² Brutto-Grundfläche von 30 verschiedenen Datenlieferanten analysiert. Die Daten stammen aus dem Jahr 2024, darüber hinaus wurden indexgestützte Hochrechnungen für 2025 ermittelt. Der Schwerpunkt liegt auf Investoren, die 187 Hallen (7,3 Mio. m² BGF) halten, teilte die Bauakademie im Mai mit.

Der Marktbericht zeigt eine kontinuierliche Steigerung der Betriebskosten. Bei den Hallen von Investoren sind sie von 2023 bis 2024 um 4,7 % auf durchschnittlich 11,50 Euro/m² BGF pro Jahr angestiegen. Die davon nicht umlagefähigen Betriebskosten, die zu Lasten der Rendite der Investoren gehen, liegen bei 1,80 Euro/m² BGF pro Jahr. Bei 87 % der Immobilien, die sowohl dieses als auch vergangenes Jahr Teil der Erhebung waren, sind die Kosten moderat oder stark gestiegen, bei 13 % wurden sie durch aktives Gegensteuern reduziert. Von 2024 auf 2025 kalkulieren die Autoren einen erneuten Anstieg der Betriebskosten für die Investorenhallen um 4,1 % bzw. auf jährlich 11,97 Euro/m² BGF.

Steigende Kosten für Instandsetzung

Innerhalb der Betriebskosten entfällt der größte Anstieg auf die Ausgaben für die Instandsetzung, die von 2023 auf 2024 um rund 9 % gewachsen sind. Mögliche Ursachen dafür sind unter anderem die mit der Inflation steigenden Material- und Lohnkosten. die Ausgaben für Versicherungen haben um etwa 8 % zugenommen.

Hinsichtlich nachhaltiger Wärme- und Stromversorgung sehen die Autoren erhebliche Ausbaupotenziale:
– 94 % der Datenlieferanten erzeugen ihre Wärme mit fossilen Brennstoffen
– Im Investorensegment setzen 60 % auf den konventionellen deutschen Strommix, 15 % beziehen Ökostrom
– Im Investorensegment nutzen nur 13 % selbsterzeugten Strom aus erneuerbaren Quellen
– 60 % der Investorenhallen sind nicht mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. 39 % der Objekte in diesem Anteil sind jünger als fünf Jahre

Die CO2-Emissionen der betrachteten Immobilien betragen durchschnittlich 14 kg/m² BGF pro Jahr. Ein Fazit des Reports laut daher: Sowohl dieser Mittelwert als auch 48 % der einzelnen Hallen liegen über den Zielwerten des CRREM-Pfads (Carbon Risk Real Estate Monitor), der beschreibt, welche maximalen Emissionswerte Gebäude einhalten sollten, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen. „Der Bestand ist damit ein zentraler Schauplatz der Energiewende in der Logistik“, sagte Andreas Kühne, Sprecher der Geschäftsführung der Bauakademie Unternehmensgruppe.

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