Contracting-Branche wächst mit Erneuerbaren

Die Contracting-Branche setzt ihr Wachstum fort und treibt mit standortspezifischen Lösungen den Einsatz erneuerbarer Energien voran.

Wie aus den Marktzahlen des Verbands für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (vedec) für das Jahr 2025 hervorgeht, legte der Umsatz der etwa 220 Mitgliedsunternehmen im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent auf rund 5,63 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Contracting-Verträge erhöhte sich gegenüber 2024 um 4 Prozent auf insgesamt etwa 92.000.

„In der Wohnungswirtschaft besteht ein enormer Bedarf, die Wärmeversorgung zu modernisieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Gleichzeitig stehen Wohnungsunternehmen vor der Herausforderung, diese Transformation bei laufendem Betrieb zu organisieren und zu finanzieren. Contracting kann diese Lücke schließen: Energiedienstleister übernehmen Verantwortung für Planung, Investition sowie Betrieb und machen aus dem Modernisierungsbedarf ein umsetzbares Projekt“, sagte Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des vedec, am 8. September bei der Präsentation. Laut den aktuellen Branchenzahlen entfallen inzwischen 70 Prozent der Contracting-Projekte auf die Wohnungswirtschaft, im Vorjahr waren es in diesem Bereich noch 56 Prozent. Insgesamt 63 Prozent der befragten Unternehmen haben Einzelobjekte in ihrem Portfolio, 22 Prozent Gebäudenetze und 15 Prozent Wärmenetze.

Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung

Eine Veränderung zeigt sich auch bei den eingesetzten Energieträgern. Der Anteil erneuerbarer Energien im Contracting ist laut vedec von 24 auf 31 Prozent angestiegen. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil von Erdgas von 70 auf 58 Prozent. Innerhalb der erneuerbaren Energien spielen unterschiedliche Technologien eine Rolle. Den größten Anteil haben Pellets mit 33 Prozent, gefolgt von Luft/Umweltenergie mit 23 Prozent sowie Sonnenenergie mit 14 Prozent. Contracting-Lösungen greifen zudem häufiger auf eine Versorgung mit Fernwärme zurück.

Branche blickt positiv auf die Entwicklung

Die Branche bewertet ihre Entwicklungserwartung mit 6,2 von 10 Punkten (Vorjahr: 5,8) weiterhin positiv. Zu den Faktoren, die die Entwicklung besonders unterstützt haben, zählen vor allem Förderprogramme und die positive Wahrnehmung erneuerbarer Energien. Auch die Finanzierung und das Rundum-sorglos-Paket durch Energiedienstleister sowie die zunehmende Akzeptanz der Wärmepumpentechnologie werden als unterstützende Faktoren genannt. Als wesentliche Hemmnisse nennen die Marktteilnehmer insbesondere wechselnde und unklare politische Rahmenbedingungen, die Wärmelieferverordnung sowie das Ringen um die Transformation des Gebäudeenergiegesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Auch lange Entscheidungsprozesse und Investitionszurückhaltung aufgrund der wirtschaftlichen Lage erschweren laut vedec die Umsetzung von Projekten.

NEUESTE BEITRÄGE