Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck hat im Geschäftsjahr 2025/26 mit rund 6,3 Mrd. Euro eine Gesamtleistung auf Vorjahresniveau erwirtschaftet.
„Ursachen für diese Entwicklung sind vor allem langsamere Genehmigungsverfahren der Behörden sowie Verzögerungen der Projekte auf Kundenseite“, sagte Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter von Goldbeck, am 15. September beim Jahrespressegespräch. „Die Situation im Hochbau bleibt anspruchsvoll, Deckungsbeiträge sind durch verschiedene Rahmenbedingungen unter Druck“, ergänzte Jörg-Uwe Goldbeck, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. Mit insgesamt 14.125 Mitarbeitern (2024/25: 12.606) an 122 Standorten in 21 Ländern erzielte der Konzern rund 33 Prozent der Gesamtleistung im Ausland. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden nach Unternehmensangaben 526 Gebäude in den Assetklassen Logistik und Produktion, Büro, Schule, Parkhaus, Rettungs- und Sicherheitsgebäude sowie Wohnen übergeben.
Nachfrage nach Dienstleistungen weiter gestiegen
Die Goldbeck Services GmbH betreut insgesamt 2.478 Immobilien, darunter Parkhäuser, Bürogebäude und öffentliche Einrichtungen. Die Dienstleistungsgesellschaft erhöhte ihre Gesamtleistung um 83,4 Mio. Euro auf 448,7 Mio. Euro. „Die Nachfrage nach integrierten Immobiliendienstleistungen ist im vergangenen Geschäftsjahr weiter gestiegen“, erklärte Dr. Andreas Iding, Geschäftsführer der Goldbeck Services GmbH am 29. September. Die Gesamtleistung der Tochter Goldbeck Facility Services GmbH wuchs durch den Ausbau des Neu- und Bestandskundengeschäfts um 11,2 Prozent auf 133,1 Mio. Euro. Die Anzahl der Niederlassungen in Deutschland wurde von sechs auf elf Standorte erweitert.
Die Goldbeck Public Partner GmbH legte bei der Gesamtleistung von 112,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 162,7 Mio. Euro zu. Vier große Schulbauprojekte wurden den Angaben zufolge 2025/26 im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) fertiggestellt. Um 12,3 Prozent auf 65,7 Mio. Euro steigerte die Goldbeck Parking Services GmbH ihre Gesamtleistung. Getragen wurde die Entwicklung unter anderem durch zahlreiche neue Bewirtschaftungsmandate, darunter große Verkehrsknotenpunkte wie die Mitteldeutschen Flughäfen, heißt es aus Bielefeld.
Die auf Refurbishment Services spezialisierte Goldbeck Technical Solutions GmbH erwirtschaftete mit 52,5 Mio. Euro eine Gesamtleistung auf Vorjahresniveau (52,2 Mio. Euro). Die Goldbeck Property Services GmbH erzielte ein Plus von 14,2 Prozent auf 19,7 Mio. Euro und betreut deutschlandweit über 600 Gewerbeobjekte. Die Gesamtleistung der Weiser GmbH Brandschutz & Technik, die im September 2024 übernommen wurde, betrug 15,2 Mio. Euro.
Auftragseingang auf Rekordniveau
Der Auftragseingang des Konzerns legte 2025/26 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,0 auf 7,3 Mrd. Euro zu. Der Wohnungsbau ist laut Goldbeck mit einem Auftragsvolumen von über einer Milliarde Euro (2024/25: 691 Mio. Euro) der wachstumsstärkste Bereich. Rund 5.000 Wohneinheiten habe man bisher fertiggestellt, weitere etwa 8.000 seien aktuell im Bau. Unabhängig davon hat das Unternehmen mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern einen Rahmenvertrag für bis zu 58 neue Feuerwehrgebäude unterzeichnet.
International neues Wachstumspotenzial für seine systematisierte Bauweise sieht Goldbeck im US-Markt und hat ein Joint Venture mit dem Bauunternehmen Mortenson mit Sitz im US-Bundesstaat Minneapolis gegründet. In Europa will sich der Konzern als integrierter Rechenzentrumsanbieter positionieren, der die gesamte Wertschöpfung von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme von Data Centern abdeckt. Dafür wurde bereits im Vorjahr das Planungs- und Beratungsunternehmen Critical Building in Lyon erworben. Anfang 2026 wurde zudem eine Partnerschaft mit dem österreichischen Anlagenbauer Zaunergroup gegründet, bei dem Goldbeck mit einem 50-Prozent-Anteil eingestiegen ist.
Aufgrund des bereits vorhandenen Auftragsbestands und des aktuellen Auftragseingangsniveaus erwartet Goldbeck für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 eine moderate Steigerung der Gesamtleistung sowie des Auftragseingangs, wobei unter Berücksichtigung des anhaltend eingetrübten baukonjunkturellen Ausblicks sowie der Kostensteigerungen, auch hervorgerufen durch geopolitische Krisen, mit einer leicht rückläufigen Gesamtleistungsrendite zu rechnen ist, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht. Die Geschäftsführung prognostizierte im Rahmen des Pressegesprächs „eine Gesamtleistung von mehr als sieben Milliarden Euro“. Unklar sei bislang nur die Zahl hinter dem Komma.


