Siemens Real Estate setzt auf Barrierefreiheit in Neubau und Bestand

Aus Anlass des „Purple Light Up Day“, der weltweit ein Zeichen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen setzen soll, beleuchtet Siemens am 3. Dezember insgesamt 47 Standorte weltweit lila. Dazu gehören die Konzernzentrale in München, die Landeszentralen in Moskau, Mumbai, Sao Paulo, Peking, Mexiko City, Wien und Prag sowie etliche Werksstandorte.

Mit Blick auf den Immobilienbestand des Siemens-Konzerns strebt Siemens Real Estate (SRE) sowohl im Neubau als auch in bestehenden Gebäuden Barrierefreiheit, teilweise über das gesetzliche Maß hinaus, an. In den vergangenen zwei Geschäftsjahren wurden nach Unternehmensangaben allein in Deutschland mehr als 5 Mio. Euro für die barrierefreie Ertüchtigung von Bestandsliegenschaften aufgewendet. Neubauten plant und entwickelt SRE grundsätzlich barrierefrei und investiert dafür rund ein bis zwei Prozent der Baukosten.

„Die gebaute Umwelt stellt Menschen mit Behinderungen regelmäßig vor teils unüberwindbare Herausforderungen – nicht zuletzt auch am Arbeitsplatz“, sagt Dr. Zsolt Sluitner, CEO bei Siemens Real Estate. „Barrierefreiheit ist vor diesem Hintergrund Grundvoraussetzung für die Inklusion aller Beschäftigten. Wir forcieren sie daher sowohl für unsere bestehenden Liegenschaften als auch bei unseren Neubauprojekten.“

Systematische Ertüchtigung im Bestand

Eine besondere Herausforderung für die bauliche Unterstützung der Inklusionsbestrebungen stellen dabei die Bestandsliegenschaften dar. Sie bilden den größten Teil des Portfolios der SRE und wurden in früheren Jahren teils ohne Berücksichtigung von Barrierefreiheit errichtet. Die Bestandsgebäude werden von SRE seit mehreren Jahren und im Austausch mit den örtlichen Schwerbehindertenvertretungen ertüchtigt. Aktuell verfügen von 220 Liegenschaften in Deutschland rund 80 Prozent über behindertengerechte Parkplätze, 72 Prozent über barrierefreie Zugänge und knapp 60 Prozent über geeignete Toiletten für Menschen mit Behinderung. „Inklusion am Arbeitsplatz beginnt bei der Barrierefreiheit, insofern spielt das Immobilienmanagement eine entscheidende Rolle“, sagt Marina Zdravkovic, Vorsitzende der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Siemens AG. „Ziel muss eine komplett barrierefreie Arbeitsumgebung sein.“

Barrierefreie Neubauten planen und bauen

In Neubauprojekten berücksichtig SRE die Barrierefreiheit nach eigenen Angaben generell. Sie ist integraler Bestandteil der Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie Vertragsbestand der Generalunternehmer-Beauftragung. Dabei bindet SRE ebenfalls die Schwerbehindertenvertretungen ein und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben (DIN 18041). So werden Neubauten etwa standardmäßig mit Vorrüstungen für automatische Türöffnungen, geeigneten Aufzügen, barrierefreien Toiletten-Räumen und taktilen Elementen für Menschen mit Sehbehinderungen ausgerüstet.

Praxisbeispiel „The Move“

Ein aktuelles Beispiel ist das Büroensemble „The Move“ im Frankfurter Stadtquartier Gateway Gardens, das SRE derzeit errichtet. Es wurde von Beginn an unter dem Leitgedanken der Barrierefreiheit geplant und in ständigem Austausch mit der örtlichen Schwerbehindertenvertretung entwickelt. In den Prozess einbezogen wurden auch Mitarbeitende mit Behinderung der Siemens-Niederlassung Frankfurt, die in The Move einmal ihren Arbeitsplatz haben werden. So konnten bereits bei der Planung neuralgische Punkte identifiziert und potenzielle Hürden verhindert werden. Die Liste der Maßnahmen umfasst Behindertenparkplätze, rollstuhlgerechte Verkehrs- und Bewegungsflächen, taktile Wegesysteme und behindertengerechte Duschen. „Mit diesem umfassenden Maßnahmenpaket gehen wir weit über das hinaus, was gesetzlich vorgeschrieben und am Markt üblich ist“, sagt Sluitner.

Auch weitere aktuelle Neubauprojekte von SRE wie der Siemens Campus Erlangen oder die entstehende Siemensstadt Square in Berlin werden unter dem Leitgedanken der Barrierefreiheit geplant und übertreffen den gesetzlichen Rahmen. Gleiches gilt für in jüngerer Vergangenheit fertiggestellte Projekte wie etwa die Konzernzentrale in München, die neue Siemens-Niederlassung in Warschau oder das Besucherzentrum „The Impulse“ des Siemens-Werks in Amberg. Dieser Neubau wird in Kürze mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales ausgezeichnet.

Globale Inklusions-Guideline

Für die barrierefreie Projektentwicklung hat SRE bereits vor mehreren Jahren eine eigene Inklusions-Guideline entwickelt. Sie kommt bisher bei den Neubauten des Konzerns in Deutschland zur Anwendung und soll 2022 internationalisiert werden.