Bei drei öffentlichen Gebäuden unterstützt Engie Deutschland nun das Landratsamt Biberach bei ihren Dekarbonisierungs-Bestrebungen. Dafür setzt Engie auf ein Nahwärmekonzept in der beruflichen Schule Riedlingen, dem benachbarten Wohn- und Ärztehaus und dem Pflegeheim der St.-Elisabeth-Stiftung. Die berufliche Schule wurde zuvor über einen Gaskessel mit Wärme versorgt, während das Wohn- und Ärztehaus über die Heizzentrale des angrenzenden, ehemaligen Krankenhauses erwärmt wurde. Für die neue und umweltschonendere Lösung verantwortet der Dienstleister die Planung, den Bau und die Finanzierung und übernimmt für die nächsten 15 Jahre im Rahmen eines Energieliefer-Contractings auch Betrieb, Wartung und Instandhaltung. Die Wärme wird über einen Pelletkessel mit einer Leistung von 330 kW erzeugt und deckt 92 Prozent des Jahreswärmebedarfs regenerativ ab. Für die Spitzenlast und Redundanz steht eine mit Biomethangas betriebene Doppelkesselanlage mit 430 kW Leistung je Kessel zur Verfügung. Zusätzlich wurde eine 350 m lange Nahwärmeleitung installiert, die alten Heizungsverteiler und Heizkreisregelungen auf Stand gebracht und die Warmwasserbereitung im Wohn- und Ärztehaus optimiert.
Hybrides Projektmanagement bei Software-Einführung

CAFM-NEWS – Hybrides Projektmanagement gewinnt zunehmend an Bedeutung, auch bei der Software-Einführung. Wie die Wahl der Methoden für individuelle hybride Vorgehensmodelle in Softwareeinführungsprojekten erfolgt und welche Einflussfaktoren auf diesen Prozess wirken, hat Marie Hoffmann in ihrer Master Thesis „Methodenwahl in Softwareeinführungsprojekten mit individuellen hybriden Vorgehensmodellen im Projektmanagement – eine kritische Betrachtung“ analysiert.
Um Interviewpartner zu gewinnen, hatte Hoffmann im Frühjahr 2022 eine Umfrage durchgeführt, auf die seinerzeit auch Der Facility Manager und die CAFM-News hingewiesen hatten. Im Rahmen ihrer Arbeit hat Hoffmann ferner zehn Experten-Interviews geführt und die Ergebnisse der Praxis mit denen ihrer Literaturrecherche verglichen.
Im Ergebnis zeigt sich, dass es keine einheitliche Methodenwahl gibt, sondern diese so unterschiedlich wie die Softwareeinführungsprojekte und ihr Umfeld gestaltet ist. Dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. Kritisch darf festgestellt werden, dass in der Mehrzahl der untersuchten Projekte die Methodenwahl rein auf Basis der Erfahrungen von Einzelpersonen erfolgt. Eine Nutzung von durch die Wissenschaft zur Verfügung gestellter Hilfsmittel konnte nicht festgestellt werden.
Auch wenn die Arbeit aufgrund der geringen Zahl der Interviews keine statistische Aussagekraft besitzt – ein generelles Problem qualitativer Forschung – empfiehlt Hoffmann, zukünftig dem Wissenstransfer im Bereich der Methodenwahl zum Beispiel durch die Nutzung der betrachteten Hilfsmittel eine größere Bedeutung zuzumessen. Auch rät sie, die Wissenschafts-Kommunikation mit dem Ziel zu stärken, der Praxis Forschungsergebnisse zugänglich zu machen.
Detaillierte Informationen zu den Ergebnissen der Untersuchung können bei der Autorin erfragt werden, gerne über die bekannten Berufsnetzwerke. Dort ist in ihren Profilen der Titel der Thesis hinterlegt. Ferner ist die Arbeit bei Research-Gate eingestellt.
Abbildungen: stock.adobe.com/photon_photo
Klüh: Catering für Handwerkskammer Düsseldorf
Klüh Catering Management hat mit sofortiger Wirkung die gastronomische Versorgung der Handwerkskammer Düsseldorf (HWK) übernommen. Die Laufzeit des Neuauftrags beträgt zwei Jahre mit zweimaliger Option auf Verlängerung um jeweils 12 Monate. Klüh Catering ist ganztägig für die Versorgung der Mitarbeitenden der HWK sowie der externen Teilnehmenden der Tagesschule und Abendkurse zuständig. Dazu gehören Frühstück, Mittag- und Abendessen, die Zwischenverpflegung sowie die Bewirtung von Konferenzen und Sonderveranstaltungen.
Angepasst: HSD Nova erfüllt jetzt Medical Device Regulation

CAFM-NEWS – CAFM-Anbieter HSD hat seine Software Nova FM an die Medical Device Regulation (MDR) angepasst. Die EU-Verordnung korreliert mit dem Medizinproduktegesetz (MPG) und erfordert Anpassungen an der Software zur rechtssicheren Dokumentation in Kliniken, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen.
Im Zuge der Anpassungen an die neue Rechtslage sind einige Felder der entsprechenden Formulare umbenannt, in der Maske „Medizintechnische Daten“ wird unter anderem das Feld der Medizingeräteverordnung (MedGV) im Standard nicht mehr aufgeführt. Hinzugekommen ist ein Listenfeld zur Pflege aller Verantwortlichen gemäß MDR. Außerdem kann jetzt auch eine Klassifizierung nach der Global Medical Device Nomenclature (GMDN) vorgenommen werden, die zur Identifikation von Geräten nach einem festgelegten internationalen Standard dient.
Die Europäische Verordnung für Medizinprodukte MDR trat offiziell schon am 25. Mai 2017 in Kraft, seit dem 26. Mai 2021 ist sie verpflichtend anzuwenden, die Umsetzung erfolgte wegen der Corona-Pandemie allerdings mit deutlicher Verzögerung. Für Geräte mit MOD/AIMOD-Zertifizierung gilt eine Übergangsfrist bis 26.05.2024.
Abbildungen: HSD
DGNB erkennt neues Zertifikat an
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) hat im Zuge der Novellierung ihres Kriterienkatalogs das Copilot-Zertifikat für den Nachweis eines Technischen Monitorings in Bestandsgebäuden anerkannt. Das Zertifikat wurde 2019 von Eurovent, Rehva und synavision eingeführt. Es dokumentiert, dass Gebäudetechnik nach Plan errichtet und eingestellt wird und so einen nachhaltigen Betrieb gewährleisten kann.
Catenda BIMSync integriert Solibri Model Checker

CAFM-NEWS – Mit dem Release 9.13 der Kollisionsprüfungs-Software von Solibri ist erstmals eine vollkommen durchgängige Integration des Solibri Model Checkers mit der Bimsync-Kollaborationsplattform möglich. Jeder Prüfzyklus eines BIM-Modells kann hierdurch beschleunigt werden. Alle Modelle werden bei Änderungen und Anpassungen der Fachplaner stets automatisch im System aktualisiert. Das kann Zeit sparen und das Fehlerrisiko verringern, da Prüfende immer mit den aktuellen BIM-Modellen eines Projekts arbeiten, schreibt Catenda in einer Pressemeldung.
Abbildungen: Catenda
Apleona gewinnt Mileway-Aufträge
In zwei voneinander unabhängigen Ausschreibungen hat Apleona mehrere Lose für das Last-Mile-Logistik-Unternehmen, Mileway, gewonnen. Mit dem Auftrag übernimmt Apleona das Property Management und teils integrierte Facility-Management-Leistungen für rund 60 Prozent der Objekte aus einer Hand. Mit dem Abschluss der Verträge soll Mileway bei der weiteren Expansion in Deutschland unterstützt und die strategische Begleitung sowie sukzessive Umsetzung von ESG- und Energiesparmaßnahmen für den betreuten Immobilienbestand vorangetrieben werden.
Property Management
Der Vertrag für das Property Management gilt ab dem 1. Januar 2023 für insgesamt 134 Objekte überwiegend in Nordrhein-Westfalen, dem Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Bayern. Zu den vereinbarten Leistungen gehören die Koordination von wertorientierten Instandhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen (OpEx und CapEx-Maßnahmen), die Ausschreibung und Steuerung von Dienstleistungen Dritter, die Betriebskostenabrechnung und die persönliche Betreuung der Mileway-Mieter in den Flächen. Der Property Management-Vertrag wurde für drei Jahre geschlossen.
Integrierte FM-Leistungen
Für insgesamt 135 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Norddeutschland und Nordhessen gelten die Verträge für integrierte FM-Leistungen, die bereits seit letztem Jahr implementiert sind und neben den Soft Services das technische FM mit Wartung, Instandhaltung und 24-Stunden-Notfallservice, den Brandschutz und Bauprojektleistungen umfassen. Apleona strebt eine Eigenleistungsquote bei den technischen Gewerken von 80 Prozent an.
Enscape sammelt Ressourcen für mehr Variabilität in 3D

CAFM-NEWS – Darf’s ein bisschen mehr sein? 3D-Rendering Spezialist Enscape hat ein PDF zusammengestellt, auf dem 46 Webseiten mit speziellen Strukturen und anderen 3D-Hilfen aufgelistet sind. Unterteilt hat es Enscape in:
- Kostenlose 3D-Modelle
- Kostenlose Materialien und Texturen
- Software zum Erstellen von benutzerdefinierten Modellen, Materialien und Texturen
- Kostenlose IES-Lichtprofile
- Kostenlose Skyboxes (HDRIs)
- Kostenlose Tondateien
- Real-time-Visualisierung und Virtual Reality
- Zusatzressourcen
Das PDF ist kostenlos im Enscape-Blog zu finden.
Abbildungen: Enscape; Montage: CAFM-News
ESG: Was das Facility Management dafür leisten kann
„Das Facility Management wird ein zunehmend wichtiger Partner für Immobilienbetreiber im Zuge des ESG-Reportings und der Umsetzung kurzfristig wirksamer Schritte für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb.“ Zu dieser Einschätzung kommt die aktuelle Lünendonk-Studie „ESG: Aktueller und künftiger Wertbeitrag des Facility Managements“. Das Marktforschungsinstitut Lünendonk & Hossenfelder hat dafür in Zusammenarbeit mit der Brancheninitiative „FM – Die Möglichmacher“ sowohl Eigennutzer als auch Investoren mit aktivem Portfoliomanagement und Berater in der Immobilienwirtschaft befragt, welche Rolle das Facility Management im Rahmen der ESG-Anforderungen aktuell und zukünftig spielen wird.
FM als Partner des Asset Managements
Laut der Studie konzentrieren sich Betreiber von Bestandsgebäuden derzeit auf Maßnahmen, die den CO2-Fußabdruck transparent machen, schnell umsetzbar sind und geringe Investitionen erfordern. Das Facility Management rücke dabei auch bei Akteuren in der Immobilienwirtschaft ins Blickfeld, die sich bislang kaum mit dem operativen Immobilienbetrieb befasst hatten. Konkret nennt die Lünendonk-Studie an dieser Stelle die Asset Manager. Das Asset Management und das Facility Management seien aus Sicht der befragten Studienteilnehmer auch die beiden Gruppen mit einem großen Einfluss auf die Erreichung der ESG-Ziele der Immobilienbetreiber. Das Property Management spiele demgegenüber eine zunehmend untergeordnete Rolle.
Die Immobilienbetreiber konzentrieren sich dabei auf eine ESG-Strategieentwicklung sowie im Austausch mit Partnern auf die Auswahl der mit Vorrang umzusetzenden Maßnahmen, teilt Lünendonk mit. Die operative Umsetzung plane nur eine Minderheit in Eigenleistung: Acht von zehn Unternehmen setzen dabei laut der Studie auf externe Partner, vor allem aus den Reihen der Facility-Service-Unternehmen. Ebenfalls 80 Prozent der Teilnehmenden seien bereit, insbesondere für technische Facility Services einen höheren Preis als bisher zu zahlen, wenn die erbrachten Dienstleistungen verbindlich die ESG-Ziele des eigenen Unternehmens unterstützen.
Datengrundlage schaffen
Prioritäten setzen die analysierten Unternehmen auf die Schaffung einer Datengrundlage für das Reporting der nicht-finanziellen Kennzahlen, das Messen von Entwicklungen zur verantwortlichen Unternehmensführung und vor allem auf die Optimierung der Gebäudebewirtschaftung inklusive Anlagensteuerung. Dies geht einher mit der Optimierung und dem Austausch der Gebäudetechnik im Bestand. Neben den regulatorischen Vorgaben und dem Bedürfnis vieler Studienteilnehmenden, eine nachhaltige Unternehmensführung nachzuweisen, sind hierbei die deutlich gestiegenen Energiepreise sowie die Reduzierung oder die Abkehr von der Gasversorgung wichtige Treiber.
Lünendonk-Partner und Studienautor Thomas Ball kommentiert die Ergebnisse: „Den Facility-Service-Unternehmen kommt die hohe Kompetenz im technischen und infrastrukturellen Gebäudebetrieb zugute. Sie werden aufgrund der aktuellen Herausforderungen der Immobilienbetreiber zu gefragten Lösungspartnern. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Zukunft Reporting-Standards, eine gemeinsame Sprache und gegenseitiges Verständnis ebenso relevant sind wie die Bereitschaft, Risiken einzugehen und in Digitalisierung zu investieren. Dem akuten Personalmangel lässt sich nur mit Technik und einer attraktiven Vergütung begegnen.“
Bezug als kostenloser Download

Die Lünendonk-Studie 2022 „ESG: Aktueller und künftiger Wertbeitrag des Facility Managements“ basiert auf 41 Tiefeninterviews mit Immobilieninvestoren, Corporates und Beratungshäusern, die im Sommer 2022 geführt wurden. Die Studie analysiert die Bedeutung von ESG in der Immobilienwirtschaft und die Identifikation sowie die Umsetzung entsprechender Maßnahmen, um die gesetzten ESG-Ziele zu erreichen. Außerdem wird die zukünftige Rolle des Facility Managements beleuchtet. Die Studie steht ab sofort unter www.fm-die-moeglichmacher.de und www.luenendonk.de als PDF-Datei kostenfrei zum Download bereit.
Thinkproject beteiligt sich an Forschungsprojekt zu KI für CDE

CAFM-NEWS – Das Münchner Softwarehaus Thinkproject beteiligt sich an einem Forschungsprojekt mit der Technischen Universität München (TUM). Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekt namens DrawOn sei, die Chancen und Einsatzbereiche von Machine Learning in einer Common Data Environment (CDE) zu identifizieren und daraus konkrete Anwendungen abzuleiten und zu entwickeln, heißt es in einer begleitenden Pressemeldung. Unter anderem solle eine KI-basierte Analyse von Bauplänen zur Automatisierung des Projektdatenmanagements in komplexen Bauvorhaben erarbeitet werden. Perspektivisch solle auch untersucht werden, welche spannenden Verbindungen sich aus dem maschinellen Lernen und Big Data in Verbindung mit der BIM-Methodik (Building Information Modeling) ergeben. Auf Seiten der TUM ist Prof. Dr.-Ing. André Borrmann, Leiter des Lehrstuhls für Computergestützte Modellierung und Simulation, mit an Bord.
Abbildungen: DrawOn/TUM
Nicht nur IFC: BIM-Daten in CAFM mit SAP nutzen

CAFM-NEWS – Auch für CAFM in SAP lassen sich Daten aus einem BIM-Modell verwenden. Korasoft hat hierfür ein Verfahren entwickelt, dass in drei Stufen für die Verfügbarkeit der entsprechenden Objekte und ihrer Informationen sorgt. Die Lösung ist webbasiert und kann als Software-as-a-Service von jedem SAP-Anwender via Internet und ohne Installation genutzt werden.
BIM für die Betriebsphase
Je intensiver Building Information Modeling im Rahmen von Bauprozessen eingesetzt wird, desto interessanter wird es auch für die Betriebsphase. Gerade im SAP-Umfeld stehen bereits viele BIM-Modelle zur Verfügung, deren Daten für CAFM nutzbar gemacht werden könnten. Es ist allerdings nicht immer einfach, aus der Fülle der vorhandenen Daten und Objekte genau die zu extrahieren, die tatsächlich im Alltag des Facility Managements relevant sind.
Erleichternd ist, dass für die Instandhaltung in SAP (und in vielen anderen Instandhaltungsprozessen ebenso) in der Regel nur rund 15 Zielattribute aus dem BIM-Modell nötig sind. Vor einem Import wichtig ist ferner, den Kern der benötigten Informationen zu bestimmen, denn ein BIM-Modell kommt leicht auf mehrere 100.000 Objektinformationen, aus denen die Auswahl zu treffen ist. Hilfreich ist hierbei, dass es sogenannte Wiederholteile gibt, also Objekte, die vielfach verbaut werden, wenn auch an unterschiedlichen Orten. Ein Beispiel hierfür wären Brandschutztüren der Feuerwiderstandsklasse T90.
Jede Tür und damit auch jede Brandschutztür hat Attribute, die in sogenannten Property-Sets zusammengefasst werden (das gilt nicht nur für den IFC-Standard). Für unsere Brandschutztür kann das in IFC-Modellen das „Pset_DoorCommon“ mit dem Attribut „FireRating“ und dem Wert „T90“ sein. Diese Attribuierung ist aber mitunter nicht korrekt gepflegt, sodass die Brandschutztür nur mit einer Oberklasse wie z.B. „Door“ geführt wird. Das erschwert die Zuordnung im Mapping der BIM-Daten für die CAFM-Anwendung formal, ist aber mit einfachen Filterfunktionen leicht zu überwinden. Beispielsweise können Filter auch auf den Bautyp der Tür oder verwendete Makronamen gesetzt werden, sodass die Brandschutztüren nun nach diesen gesucht, identifiziert und korrekt eingeordnet werden.
Informationen anreichern
Im folgenden Schritt müssen die Objekte mit weiteren Informationen angereichert werden, die das Facility Management benötigt. Auch diese finden sich, zumindest teilweise, im BIM-Modell. Die Qualität dieser Daten ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen unterscheiden sich die Autorensysteme, also die jeweiligen BIM-Programme, in der Güte, in der Attribute an Objekten angefügt werden können. Die grundlegende BIM-Planung wie auch das Wissen des BIM-Managers über CAFM und FM-Prozesse können weitere Einflussgrößen sein.
Während es für die Datenübernahme in das CAFM in manchen Fällen ausreichend sein kann, lediglich ein allgemeines Property-Set des IFC-Types „IFCFlowTerminal“ (bzw. seiner Sub-Typen wie Pset_AirTerminalTypeCommon) für Klimageräte zu nutzen, ist es in den meisten Fällen notwendig, detaillierte Informationen abzufragen und zu übernehmen. Für Facility Management im SAP wesentliche Informationen des BIM-Modells verbergen sich etwa zur Hälfte im „Pset_ManufacturerTypeInformation“. Diese Informationen lassen sich direkt auf das SAP-Objekt „Equipment“ anwenden. So könnte beispielsweise die Seriennummer unserer Brandschutztür direkt gemappt werden.
Wichtig zu wissen ist, dass viele wichtige Informationen im Normalfall nicht als Freitext, sondern als Schlüssel-ID im Facility Management, also auch im SAP geführt werden. Ist ein solcher Wert im BIM-Modell enthalten, beispielsweise für die Zuordnung von Objekten zu einem Wartungsplan, kann auch dieser direkt mit ins SAP überführt werden. Dennoch wird es so sein, dass nicht alle Attribute im BIM-Modell gepflegt sind, so dass trotz der Datenfülle des digitalen Zwillings nachgearbeitet werden muss.
Normen, Regeln, Anwenderdaten ergänzen
Um die verbliebenen Datenlücken zu schließen, hilft Korasoft wiederum mit einem automatisierten Dienst zur Ausprägung von Kundendaten. Damit können beispielsweise Daten mit Bezug zu Regelwerken, zur DIN 276, zum AKS-Schlüssel, zu Omniclasses oder zu AMEV-Daten des Arbeitskreises Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen individuell für jede gefilterte Teilmenge aus einem Model generiert werden. Warum es wichtig ist, auf eine große Spanne von Datenquellen zugreifen und ihre Inhalte korrekt verorten zu können, lässt sich gut am Beispiel der Wartungszyklen verdeutlichen. In Deutschland gibt es hierfür Herstellerangaben, aber auch Forderungen aus einschlägigen Regelwerken, und auch Anwender haben hausinterne Regelungen.
Noch deutlicher wird die Frage nach der „richtigen“ Wartung, wenn ein Facility-Manager ein Objekt zum Beispiel in Mexiko im Eigentum hat, das CAFM-Team in Deutschland tätig ist und das Unternehmen eigene Zyklen etabliert hat. Wie wird hier gewartet? Der Hersteller macht Vorgaben, es gibt deutsche Standards, einen amerikanischen Generalplaner und eine mexikanische Prüfstelle. Welche Wartungsvorgaben, -zyklen und -tätigkeiten sind hier bindend? Und woher kommen diese Informationen? Sicher nicht aus einem BIM-Modell. Allerdings sind im SAP in der Regel schon Wartungszyklen und Arbeitsanleitungen für die planmäßige Instandhaltung hinterlegt; für Anlagenarten, die im Unternehmen bisher nicht gewartet wurden, werden sie ergänzt.
Auch hier lassen sich die fehlenden Angaben entsprechend den anwenderspezifischen Anforderungen automatisiert ermitteln und den jeweiligen Objekten zuweisen. Für einen Wartungsplan hieße das zum Beispiel, eine BIM-generierte Equipment-Teilmenge den in SAP hinterlegten Wartungszyklen und Arbeitsanleitungen zuzuordnen. So erfüllen im Optimalfall die angereicherten Daten aus dem BIM-Modell zu 100% die Anforderungen des Facility Managements an den Datenbestand seiner CAFM-Anwendung in SAP.
Daten in drei Schritten komplettiert
Zusammengefasst heißt das, der Importprozess von BIM-Daten für CAFM in SAP erfolgt über den Webservice in drei Schritten:
- Filtern der tatsächlich benötigten Daten aus dem BIM-Modell in Teilmengen gleich zu betreibender Objekte
- Identifikation und Übernahme der dort bereits gegebenen Eigenschaften.
- Identifikation und Definition der zu ergänzenden Eigenschaften und automatisierte Zuweisung dieser zu den jeweiligen Objekten im SAP
Besonders an diesem Verfahren ist übrigens auch, dass es nicht, wie bei CAFM üblich, ausschließlich in der Kategorie Raum arbeitet und auch nicht, wie bei BIM üblich, in der Kategorie Ebene, also etagenbasiert. Das Werkzeug arbeitet tatsächlich vollständig dreidimensional, so dass zum Beispiel eine Aufzugsanlage nicht in eine Etage eingebunden sein muss, sondern als System organisiert sein kann, dessen Antrieb auf der Kabine sitzen kann, dessen Türen über diverse Etagen verteilt sind und dessen Schienensystem und Schacht das gesamte Gebäude durchziehen.
Sind solche Informationen nicht im BIM-Modell vorhanden, können sie vor der Übernahme ins SAP direkt mit der Korasoft-Lösung und ohne die Autorensoftware des Modells mittels grafischer Zeigeoperationen ergänzt werden. Es ist daher auch für Sonderfälle gewappnet, die in einem klassischen CAFM-System nicht wirklichkeitsgetreu berücksichtigt werden können.
Abbildungen: Korasoft
Sichern Sie sich jetzt Ihr WKS-Kompendium
Zum 1. Dezember 2022 hat Der Facility Manager das diesjährige Wasser-Kühlsatz-Kompendium (WKS) veröffentlicht. Das vorerst letzte Sonderheft für dieses Jahr beschäftigt sich mit der internationalen Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpenbranche. Ein Dauerbrenner ist die F-Gase-Verordnung. Deren angekündigte Verschärfung inklusive beschleunigtem Phase-down setzt die Akteure massiv unter Druck. Auch Preisschwankungen, illegale Kältemittel und die erneute Modifizierung der BEG-Maßnahmen erhitzen die Gemüter.
Im Sonderheft hat die Redaktion die wichtigsten Änderungen auf dem WKS-Markt in Fach- und Expertenbeiträgen zusammengefasst und Branchenvertreter um ihre Einschätzung gebeten. Die Anbieterübersicht zeigt, wie sich bei Kaltwassersätzen die Entwicklungen in konkreten Werten niederschlagen und Leistungsfähigkeit zunehmend mit Effizienz und Umweltfreundlichkeit einhergeht.
Unter www.facility-manager.de/downloads können Sie sich das diesjährige WKS-Kompendium kostenfrei herunterladen.
Wasser-Kühlsatz-Kompendium 2022
Kälteerzeuger für Kaltwassernetze mit Anbieterinformationen – Die internationale Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpenbranche ist in Bewegung. Ein Dauerbrenner ist die F-Gase-Verordnung. Auch Preisschwankungen, illegale Kältemittel und die erneute Modifizierung der BEG-Maßnahmen erhitzen die Gemüter. Der Facility Manager hat die wichtigsten Änderungen in Fach- und Expertenbeiträgen zusammengefasst und Branchenvertreter um ihre Einschätzung gebeten. Die Anbieterübersicht zeigt, wie sich bei Kaltwassersätzen die Entwicklungen in konkreten Werten niederschlagen und Leistungsfähigkeit zunehmend mit Effizienz und Umweltfreundlichkeit einhergeht.
BIG-EU wählt neuen Vorstand

CAFM-NEWS – Die BAC-Net Interest Group Europa (BIG-EU) hat einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Präsident ist Thomas Kurowski, im Hauptberuf bei Siemens in der Schweiz als Technical Regulation & Standardization Manager tätig. Kurowski tritt die Nachfolge von Karl Heinz Belser von Johnson Controls an, der nach 24 Jahre Vorstandsmitgliedschaft und zwei Jahren Präsidentschaft nicht erneut zur Wahl antrat.
Zum neuen Vorstand gehören außerdem Nils-Gunnar Fritz (MBS) als Schatzmeister, Konstantinos Kafandaris (Honeywell) als Schriftführer und Tobias Plath (Johnson Controls), der die Arbeitsgruppe Marketing leiten wird.
Dem Beirat der BIG-EU gehören jetzt Kai Rohrbacher (Siemens), Alexander Herbst (Johnson Controls), Stefan Pfützer (Saia), Christoph Zeller (Sauter), Michael Malderle (Tridium), Alexandra Henczka (MBS), Jürgen Keller (GEZE), Patrick Lützel (TÜV Süd), Dan Napar (BACnet France) und Roland Grelle (M+M) an.
Abbildungen: BIG-EU
VBI-Studie zur integrierten Projektabwicklung beim Bau
Mitte November 2022 hat der Verband Beratender Ingenieure (VBI) auf seinem Verbandstag die Studie zur integrierten Projektabwicklung (IPA) „Herausforderungen und Potenziale der integrierten Projektabwicklung” vorgestellt. Sie betrachtet die Wertschöpfungspartnerschaft beim Bauen aus der Perspektive der Planungsbranche und wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Sundermeier und einem Team der TU Berlin erarbeitet. Im Fokus stehen Projektabwicklungsmodelle, die Kollaboration und gemeinsame Wertschöpfung aller Beteiligten eines Bauvorhabens. Außerdem werden strukturelle und funktionale Vorgehensweisen sowie die Anforderungen auf Planer und Ingenieurunternehmen aufgezeigt. Neben Qualifikationsanforderungen an das Personal werden dabei auch Vergütungs-, Haftungs- und Risikoregelungen beleuchtet.
Zur Studie geht es hier.
Spacewell bei WiredScore akkreditiert

CAFM-NEWS – Das Softwarehaus Spacewell ist jetzt bei WiredScore akkreditiert. Damit ist die CAFM-Lösung der Belgier als vertrauenswürdige Lösung für Gebäudemanager und Eigentümer anerkannt, so das Hersteller.
WiredScore vergibt eine Zertifizierung für die digitale Konnektivität von Immobilien und bewertet mit dem Angebot SmartScore auch, ob eine Immobilie zentrale Anforderungen an ein Smart Building erfüllt.
Die Akkreditierung von Software ist ein neues Angebot. Mit einer entsprechenden Software kann ein Anwender den Prozess einer SmartScore-Zertifizierung begleiten.
Abbildungen: WiredScore, Spacewell; Montage: CAFM-News
Spie übernimmt FM/S-Geschäft von Siemens
Der Multitechnik-Dienstleister Spie hat das Facility Management & Services (FM/S) Geschäft von Siemens Real Estate aufgekauft. Mit der Übernahme wechselten zum 1. November 2022 110 Mitarbeitende zu Spie und arbeiten künftig unter der eigens für Siemens aktiven Geschäftseinheit Key Account Siemens. Key Account Siemens verantwortet die Betriebsführung, das Objektmanagement, die Instandhaltung und Gewährleistungsverfolgung, das Energiemanagement, das Controlling des infrastrukturellen Gebäudemanagements sowie die Übernahme und Ausführung von komplexen Umbau- und Instandsetzungsprojekten. Spie erbringt im Gegenzug für die nächsten fünf Jahre das technische Facility Management an diversen Siemens-Standorten, u.a. an den Produktionsstandorten in Amberg, Karlsruhe und Erlangen. Mit der Übernahme durch Spie soll die bereits lang bestehende Partnerschaft weiter gestärkt werden.
GEFMA und CAFM Ring kündigen GEFMA 480 zu Daten im FM an

CAFM-NEWS – Unter der Bezeichnung GEFMA 480 werden die Verbände GEFMA und CAFM Ring eine neue Richtlinien mit dem Titel „Standardisierte Datenstrukturen und Dateninhalte im FM“ veröffentlichen. Das kündigten die Verbände jetzt gemeinsam auf dem Kongress BIM4FM im Rahmen der BIM World Munich 2022 an.
Erscheinen soll die GEFMA 480 noch diesen Dezember. Sie basiert auf CAFM Connect, einer Sammlung von BIM-Profilen, die der CAFM Ring auf Basis von IFC entwickelt hat und deren Schwerpunkt auf den Anforderungen des Facility Managements liegt. Zugleich ist die GEFMA 480 an die DIN 276 angelehnt.
Die neue Basis-Richtlinie GEFMA 480 liefert Definitionen zur thematischen Einordnung, erläutert die Bedeutung von Standardisierung im Lebenszyklus planen, bauen, betreiben und gibt einen Überblick zu Standardisierungs-Initiativen.
Die GEFMA 480 baut ein gemeinsames Verständnis für das Themenfeld auf und bildet damit die Grundlage für eine ganze Richtlinien-Reihe. Zwei dieser untergeordnete Richtlinien wurden bereits benannt und für das kommende Jahr angekündigt:
- GEFMA 481 „Anwendungsfälle“
- GEFMA 482 „Klassifizierungssysteme“
Weitere Unterrichtlinien sollen sukzessive folgen, sind aber noch nicht weiter definiert.
CES 2023: Schreibtisch-Sensor von Disruptive Technologies ausgezeichnet

CAFM-NEWS – Der Desk Occupancy Sensor von Disruptive Technologies ist als CES 2023 Innovation Awards Honoree ausgezeichnet worden und zählt in den Augen der Jury damit zu den besten Produkten des Jahres. Der Sensor ist für das Smart Office gedacht und sendet ein Signale, sobald ein Schreibtisch besetzt ist, an dem er befestigt wurde.
Disruptive Technologies ist ein norwegischer Anbieter von Sensorik. Die Produkte sind zumeist wenige Millimeter hoch, haben in etwas das Format einer kleinen Briefmarke und können einfach auf Oberflächen geklebt werden. Sie kommunizieren unter anderem im 868 MHz-Band, ihre Batterielebensdauer gibt der Hersteller mit bis zu 8 Jahren an.
Insgesamt hatten sich dieses Jahr über 2.100 Unternehmen mit Produkten für eine der Auszeichnungen beworben. Die Consumer Electronics Show CES ist die größte Fachmesse für Konsumelektronik weltweit und findet im kommenden Jahr vom 5. bis 8. Januar in Las Vegas statt.
Abbildungen: disruptive technologies/CES
Curve bekommt Property Manager
Für das Wohnprojekt Curve in Wiesbaden wurde Talyo. Property Services mit dem technischen und kaufmännischen Property Management beauftragt. Auftraggeber ist die Deutsche Asset One, die mit dem Dienstleistungsunternehmen bereits auch bei anderen Wohnimmobilienprojekten zusammenarbeitet. Talyo wird die Liegenschaft mit den zwölf Mitarbeitenden von seiner Niederlassung in Frankfurt betreuen. Außerdem plant der Dienstleister seinen Bestand deutschlandweit gemanagter Immobilien bis zum Jahre 2025 auf rund 20.000 bis 25.000 Wohneinheiten zu erweitern. Zum Auftragsumfang gehören Mietwohnungen sowie Apartments in den Segmenten „Studentisches Wohnen“ und „Serviced Apartments“.
Mehr zum Curve
Das Wohnquartier Curve wurde dieses Jahr fertiggestellt und umfasst sechs Objekte mit einer Grundstücksfläche von 8.041 qm. Neben 200 Fahrradstellplätzen gibt es 117 Kfz-Stellplätze, von welchen 30 mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausgestattet sind.

