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Sicherheitsbedürfnis steigt auf Rekordniveau

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Der neue Sicherheitsmonitor (SiMon) 2026 zeigt, dass insbesondere physische Einbrüche für Unternehmen eine reale Bedrohung darstellen und viele Befragte Defizite beim Schutz kritischer Infrastrukturen sehen.

Im Jahr 2024 waren 45 Prozent der befragten Unternehmen mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zudem schätzen 42 Prozent der Firmenvertreter die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein, teilten der VDMA-Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung GmbH und die Messe Essen am 22. September bei der Präsentation des SiMon 2026 zum Auftakt der Fachmesse Security in Essen mit. Für die repräsentative Studie wurden 4.000 Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagte Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im VDMA-Fachverband Sicherheitssysteme. Für die Sicherheitsindustrie bedeute das, „bestehende Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unterschiedliche Technologien intelligent miteinander zu verbinden“, ergänzte Janser.

Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik spielt nachweisbare Qualität eine immer größere Rolle. Laut der aktuellen Studie nennen 29 Prozent der Unternehmen die unabhängige Zertifizierung eines Produkts als wichtiges Kaufkriterium (38 Prozent bei Privatpersonen). Weitere relevante Kriterien sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik. „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht“, erklärte Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH.

Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen

Defizite sehen die Befragten bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Optimierungsbedarf. 30 Prozent halten verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation für eine Maßnahme, durch die auch das eigene Unternehmen besser abgesichert wäre. „Der Sicherheitsmonitor macht eine gefährliche Diskrepanz deutlich: Unternehmen sind in hohem Maße von Einbrüchen betroffen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel, ob unsere kritischen Infrastrukturen ausreichend geschützt sind“, stellte Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, fest.

Die wahrgenommenen Risiken führen laut der Studie bereits jetzt zu konkreten Investitionsentscheidungen. In den kommenden zwölf Monaten wollen Unternehmen unter anderem in Sicherheitskameras (29 Prozent), Einbruchmeldetechnik (16,3 Prozent), Schließsysteme (15,5 Prozent) und Türzusatzsicherungen (15,5 Prozent) investieren.

21. gefma-Biker-Tour trotzt dem Viehscheid

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Die traditionelle Motorradausfahrt ambitionierter gefma-Mitglieder, die sogenannte gefma-Biker-Tour, fand in diesem Jahr bereits zum 21. Mal statt. Neben 12 Motorrädern waren diesmal nach fünfjähriger Pause auch wieder 2 E-Biker mit von der Partie. Bei herrlichem Spätsommerwetter genossen alle Teilnehmenden die kurvigen Strecken im Allgäu und dem benachbarten Tirol, mussten wegen des gleichzeitig stattfindenden Viehscheides jedoch besondere Rücksicht auf umtriebige Rindviecher und deren schmierige Hinterlassenschaften auf dem Asphalt nehmen.

Auch individuelle Handicaps konnten der Gruppendynamik der 21. gefma-Biker-Tour keinen Abbruch tun: Ulrich Glauche, Initiator der gefma-Biker-Touren, war so als Sozius beim Rekordteilnehmer Bernd Obermaier dabei, und Wolfgang Inderwies stieg verletzungsbedingt vom Motorrad kurzerhand auf ein vierrädriges Begleitfahrzeug um. Aufgrund der Gruppengröße und der inzwischen sehr streng gehandhabten Lautstärkebeschränkung für Motorräder in Österreich teilte sich die Gruppe in zwei Teams auf: Die etwas leisere „Espresso-Gruppe“ wagte sich ins benachbarte Ausland und genoss dort in einer flotten Ausfahrt vor allem die herrliche Landschaft im Namlostal sowie die Kurven über das Hahntennjoch. Die „Cappuccino-Gruppe“ mied hingegen die lautstärkebeschränkten Routen und erkundete (sicherlich nicht minder flott) das Ostallgäu sowie die Gegend um Oberammergau – schließlich war hier ein Motorrad mit einem Standgeräusch von 117 Dezibel dabei, das in Österreich kaum willkommen gewesen wäre.

Nachmittags traf sich die gesamte Gruppe am Plansee und fuhr gemeinsam zurück ins Quartier, wo die beiden E-Biker bereits warteten: Nach 1.110 Höhenmetern, 75 Streckenkilometern, 7 Seen und 3 Wirtschaften hatten übergroße Portionen von Schinkennudeln und Kaiserschmarrn einer umfänglicheren Tourenplanung der MTB-Pedalritter „akkute“ Grenzen gesetzt. Letztlich endete die 21. gefma-Biker-Tour für alle Teilnehmenden unfallfrei und mit vielen positiven Eindrücken.

Beim abendlichen Abschlussessen dankte Ulrich Glauche zunächst den Tourguides Bernd Obermaier sowie Maximilian und Wolfgang Inderwies für die Streckenplanung. Ein Lob erhielt ebenso Martin Gräber, der seinen Beitrag als Quartier- und Speisemeister leistete. Traditionell wurden auch wieder die Leistungsdaten der beteiligten Motorräder ermittelt: Insgesamt kamen 26 Zylinder, 12.350 ccm Hubraum und 1.467 PS zusammen, das Begleitfahrzeug nicht mitgerechnet.

Im kommenden Jahr soll die 22. gefma-Biker-Tour an der Mosel stattfinden. Als Termin wird das bewährte zweite September-Wochenende (10. bis 12. September 2027) ins Auge gefasst. Interessierte können sich bei Wolfgang Inderwies (mail@indeconsult.de) melden.

VDI 3810 Blatt 4 zum Betrieb von RLT-Anlagen

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Die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG) hat die Richtlinie VDI 3810 Blatt 4 „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen – Raumlufttechnische Anlagen“ veröffentlicht.

Die Richtlinie gibt Anlagenbesitzern und -betreibern Empfehlungen für das sichere, bestimmungsgemäße, bedarfsgerechte und wirtschaftliche Betreiben und Instandhalten von raumlufttechnischen Anlagen, gab die GBG bekannt. Sie legt Grundlagen fest, beschreibt das Instandhalten und definiert Begriffe, die zusammen mit Begriffen nach DIN EN 13306 zum Verständnis der Zusammenhänge notwendig sind. Werden RLT-Anlagen oder Anlagenteile für eine bestimmte Zeit nicht bestimmungsgemäß genutzt, sind für den technisch und hygienisch einwandfreien Zustand vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen erforderlich. Diese werden ebenfalls beschrieben.

Die neue Richtlinie betrifft in Anlehnung an DIN 276 insbesondere die Kostengruppen 430 bis 434 sowie 439. Sie gilt nicht für Haushaltsgeräte nach dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). Die Richtlinienreihe VDI 3810 gibt für unterschiedliche Anlagen der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) Empfehlungen für den sicheren, bestimmungsgemäßen, bedarfsgerechten, nachhaltigen Betrieb.

Die Richtlinie ist im September erschienen und kann hier online bei DIN Media bestellt werden.

Integration von Geodaten und SAP

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Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH modernisiert ihre Geodateninfrastruktur. In Zusammenarbeit mit dem Softwareentwickler VertiGIS soll im Rahmen der Einführung von SAP eine integrierte und zukunftssichere Geodatenplattform auf Basis der ArcGIS-Technologie von Esri entstehen.

Ziel des Projekts ist die stärkere Verzahnung von Geoinformationssystemen (GIS), Immobiliendaten und SAP-gestützten Geschäftsprozessen, um die Datenqualität zu erhöhen, Prozesse zu automatisieren und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, teilte VertiGIS im September mit.

Das Projekt umfasst zahlreiche Bestandteile wie die Konzeption und Implementierung eines neuen GIS-Datenmodells, die Migration bestehender GIS- und Immobilieninformationen, den Aufbau einer modernen Datenhaltungs- und Bereitstellungsarchitektur, die Entwicklung automatisierter Verschneidungs- und Analyseprozesse, die Integration von ALKIS-Daten und Topologieprüfungen, die Vorbereitung und Umsetzung der Synchronisation zwischen GIS und SAP sowie den Aufbau der technischen Betriebs- und Entwicklungsumgebung. Ein besonderer Schwerpunkt des Vorhabens liegt nach Angaben des Softwareentwicklers auf der automatisierten Verarbeitung und Veredelung großer Datenbestände. Die BIM verwaltet und bewirtschaftet mehr als 5.000 landeseigene Immobilien.

gefma women gründen Ladies Board

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Die Initiative gefma women hat ein fünfköpfiges Gremium ins Leben gerufen, um die Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen im Facility Management weiterzuentwickeln.

Als „Think & Do Tank“ wird das Ladies Board künftig neue Perspektiven, Ideen und Impulse aus der gefma women Community aufnehmen und in konkrete Formate und Angebote überführen, teilte der Deutsche Verband für Facility Management (gefma) Mitte September mit. Im Mittelpunkt stehen nach Verbandsangaben zukunftsorientierte Events und Formate, die Frauen im Facility Management einen konkreten Mehrwert bieten. Gleichzeitig sollen die Mitglieder des Gremiums selbst den Austausch engagierter Frauen fördern, die Vernetzung innerhalb der Branche intensivieren und den Community-Gedanken von gefma women weiter stärken.

Mitglieder im Ladies Board sind:
Britta Noppen, Diakonie Michaelshoven Domus
Angelika Dankert, Apleona
Gilfe Tweer, Keßler Solutions
Laura Beck, M&P Begis
Stefanie Nickl, Median Facility Service

„Mit gefma women haben wir in den vergangenen Jahren eine starke Community aufgebaut. Mit dem Ladies Board möchten wir die Erfahrungen, Ideen und Sichtweisen engagierter Teilnehmerinnen noch stärker in unsere Initiative einbeziehen und daraus konkrete Angebote schaffen, die Frauen im FM voranbringen. Denn eine zukunftsfähige Branche braucht unterschiedliche Perspektiven und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Kompetenzen einzubringen“, erklärt Annelie Casper, Geschäftsführerin von gefma und Mitbegründerin der Initiative gefma women.

Das Ladies Board versteht sich ausdrücklich nicht nur als beratendes Gremium, sondern als aktiver Gestalter von gefma women, heißt es aus Bonn. Zu den Schwerpunkten der weiteren Arbeit gehören die Förderung von Female Leadership, Mentoring-Angebote, die stärkere Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder sowie die Entwicklung neuer Netzwerk- und Veranstaltungsformate. Damit möchte gefma women zugleich einen Beitrag zur Gewinnung und Entwicklung qualifizierter Fach- und Führungskräfte und zur Zukunftsfähigkeit des Facility Managements leisten.

Goldbeck mit stabiler Gesamtleistung

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Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck hat im Geschäftsjahr 2025/26 mit rund 6,3 Mrd. Euro eine Gesamtleistung auf Vorjahresniveau erwirtschaftet.

„Ursachen für diese Entwicklung sind vor allem langsamere Genehmigungsverfahren der Behörden sowie Verzögerungen der Projekte auf Kundenseite“, sagte Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter von Goldbeck, am 15. September beim Jahrespressegespräch. „Die Situation im Hochbau bleibt anspruchsvoll, Deckungsbeiträge sind durch verschiedene Rahmenbedingungen unter Druck“, ergänzte Jörg-Uwe Goldbeck, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. Mit insgesamt 14.125 Mitarbeitern (2024/25: 12.606) an 122 Standorten in 21 Ländern erzielte der Konzern rund 33 Prozent der Gesamtleistung im Ausland. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden nach Unternehmensangaben 526 Gebäude in den Assetklassen Logistik und Produktion, Büro, Schule, Parkhaus, Rettungs- und Sicherheitsgebäude sowie Wohnen übergeben.

Nachfrage nach Dienstleistungen weiter gestiegen

Die Goldbeck Services GmbH betreut insgesamt 2.478 Immobilien, darunter Parkhäuser, Bürogebäude und öffentliche Einrichtungen. Die Dienstleistungsgesellschaft erhöhte ihre Gesamtleistung um 83,4 Mio. Euro auf 448,7 Mio. Euro. „Die Nachfrage nach integrierten Immobiliendienstleistungen ist im vergangenen Geschäftsjahr weiter gestiegen“, erklärte Dr. Andreas Iding, Geschäftsführer der Goldbeck Services GmbH am 29. September. Die Gesamtleistung der Tochter Goldbeck Facility Services GmbH wuchs durch den Ausbau des Neu- und Bestandskundengeschäfts um 11,2 Prozent auf 133,1 Mio. Euro. Die Anzahl der Niederlassungen in Deutschland wurde von sechs auf elf Standorte erweitert.

Die Goldbeck Public Partner GmbH legte bei der Gesamtleistung von 112,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 162,7 Mio. Euro zu. Vier große Schulbauprojekte wurden den Angaben zufolge 2025/26 im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) fertiggestellt. Um 12,3 Prozent auf 65,7 Mio. Euro steigerte die Goldbeck Parking Services GmbH ihre Gesamtleistung. Getragen wurde die Entwicklung unter anderem durch zahlreiche neue Bewirtschaftungsmandate, darunter große Verkehrsknotenpunkte wie die Mitteldeutschen Flughäfen, heißt es aus Bielefeld.

Die auf Refurbishment Services spezialisierte Goldbeck Technical Solutions GmbH erwirtschaftete mit 52,5 Mio. Euro eine Gesamtleistung auf Vorjahresniveau (52,2 Mio. Euro). Die Goldbeck Property Services GmbH erzielte ein Plus von 14,2 Prozent auf 19,7 Mio. Euro und betreut deutschlandweit über 600 Gewerbeobjekte. Die Gesamtleistung der Weiser GmbH Brandschutz & Technik, die im September 2024 übernommen wurde, betrug 15,2 Mio. Euro.

Auftragseingang auf Rekordniveau

Der Auftragseingang des Konzerns legte 2025/26 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,0 auf 7,3 Mrd. Euro zu. Der Wohnungsbau ist laut Goldbeck mit einem Auftragsvolumen von über einer Milliarde Euro (2024/25: 691 Mio. Euro) der wachstumsstärkste Bereich. Rund 5.000 Wohneinheiten habe man bisher fertiggestellt, weitere etwa 8.000 seien aktuell im Bau. Unabhängig davon hat das Unternehmen mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern einen Rahmenvertrag für bis zu 58 neue Feuerwehrgebäude unterzeichnet.

International neues Wachstumspotenzial für seine systematisierte Bauweise sieht Goldbeck im US-Markt und hat ein Joint Venture mit dem Bauunternehmen Mortenson mit Sitz im US-Bundesstaat Minneapolis gegründet. In Europa will sich der Konzern als integrierter Rechenzentrumsanbieter positionieren, der die gesamte Wertschöpfung von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme von Data Centern abdeckt. Dafür wurde bereits im Vorjahr das Planungs- und Beratungsunternehmen Critical Building in Lyon erworben. Anfang 2026 wurde zudem eine Partnerschaft mit dem österreichischen Anlagenbauer Zaunergroup gegründet, bei dem Goldbeck mit einem 50-Prozent-Anteil eingestiegen ist.

Aufgrund des bereits vorhandenen Auftragsbestands und des aktuellen Auftragseingangsniveaus erwartet Goldbeck für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 eine moderate Steigerung der Gesamtleistung sowie des Auftragseingangs, wobei unter Berücksichtigung des anhaltend eingetrübten baukonjunkturellen Ausblicks sowie der Kostensteigerungen, auch hervorgerufen durch geopolitische Krisen, mit einer leicht rückläufigen Gesamtleistungsrendite zu rechnen ist, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht. Die Geschäftsführung prognostizierte im Rahmen des Pressegesprächs „eine Gesamtleistung von mehr als sieben Milliarden Euro“. Unklar sei bislang nur die Zahl hinter dem Komma.

Drohender Tarifstreit im Gebäudereiniger-Handwerk

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Die erste Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ist am 9. September ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Fronten zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) verhärten sich.

Der derzeitige Tarifvertrag läuft zum 31. Dezember 2026 aus. Die IG Bau fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Damit würde der Branchen-Mindestlohn in der Lohngruppe 1 von derzeit 15 auf 17 Euro steigen. Glas- und Fassadenreiniger in der Lohngruppe 6 würden künftig 20,40 Euro statt 18,40 Euro pro Stunde erhalten, erklärte die Gewerkschaft.

Der BIV, der für die Unternehmensseite verhandelt, hatte diese Forderung bereits im Vorfeld zurückgewiesen. „Dennoch brachte die Gewerkschaft bei der heutigen ersten Tarifrunde in Düsseldorf ihre 13-Prozent-Forderung erneut auf den Tisch“, sagte der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn. Er ergänzte: „Was im Juni galt, gilt auch im September. Deshalb war die heutige Tarifrunde rasch beendet. Unsererseits herrscht Unverständnis über die starre Haltung der IG Bau und darüber, wie konsequent sie die wirtschaftliche Realität ausblendet.“ Die Kunden seien nicht bereit, entsprechend höhere Preise für Reinigungsleistungen zu zahlen. Zudem drohten Belastungen durch die Politik: Allein bei den Minijobs könnten die geplanten Reformen der Bundesregierung die Lohnnebenkosten für die Betriebe um mehr als 30 Prozent nach oben treiben, mahnt Kloevekorn. Vor diesem Hintergrund erwarte der BIV von der IG Bau in der nächsten Verhandlungsrunde eine „erste realistische Gesprächsgrundlage. Denn wer die wirtschaftliche Lage ignoriert, erreicht nur eins: weniger Spielraum für Beschäftigung und Investitionen“.

Forderung nach 13 Prozent mehr Lohn

Dem widersprach Ulrike Laux, im Vorstand der IG Bau für die Gebäudereinigung zuständig: „Die Arbeitgeber verstecken sich hinter ihren Kunden. Sie sagen, unsere Forderung sei nicht finanzierbar, weil die Auftraggeber höhere Preise nicht bezahlen würden. Aber damit benennen sie das eigentliche Problem selbst: Reinigungsarbeit wird zu billig verkauft.“ Für die Gewerkschaft stehe deshalb nicht allein die Höhe des Tarifabschlusses zur Debatte, sondern grundsätzlich die Wertschätzung der Arbeit in der Branche. „Wer gute Arbeit will, muss bereit sein, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen“, betonte Laux. Auch die wirtschaftliche Entwicklung vieler Facility-Service-Unternehmen rechtfertigt aus Sicht der IG Bau keine pauschale Absage an höhere Löhne. Vielmehr beobachte man in den Betrieben eine hohe Fluktuation, die Situation sei von niedrigen Stundenlöhnen sowie hohem Zeit- und Leistungsdruck geprägt. „Die Branche braucht die Beschäftigten. Aber Respekt zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern auf dem Lohnzettel“, betonte Laux. Die IG Bau halte deshalb an ihrer Forderung fest. Die zweite Tarifrunde soll am 22. Oktober in Köln stattfinden.

Asklepios setzt auf digitale Investitionsplanung

Das deutsch-norwegische KI-Unternehmen Waiys hat gemeinsam mit der Immobilienberatung sh+ eine digitale Lösung für die ESG- und Instandhaltungsplanung von Asklepios entwickelt. Für ein Portfolio von rund 300 Gebäuden führt die Anwendung Gebäude-, Energie-, Zustands- und Kostendaten zusammen und unterstützt die Geschäftsführungen der Kliniken bei der Frage, welche Instandhaltungs- und Energieeffizienz-Maßnahmen sowie welche Energiequellensubstitutionen bei einem vorgegebenen Budget priorisiert werden sollten.

„Mit der neuen Lösung können wir Daten deutlich strukturierter auswerten und schneller erkennen, welche Maßnahmen bei einem gegebenen Budget den größten Nutzen bringen. Gleichzeitig reduzieren wir Medienbrüche und uneinheitliche Datenstände und entlasten unsere Verantwortlichen vor Ort“, sagt Julian Schmitt, Leiter Stabsstelle ESG, Asklepios. In die Anwendung fließen unter anderem Gebäudestammdaten, Informationen zu Energiesystemen und Gebäudezustand, Energieverbrauchsdaten sowie Standardpreise für Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ein. Hinzu kommen Investitionskosten und Maßnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen und Energiekosten. In weiteren Entwicklungsschritten können zusätzliche bestehende Datenquellen, wie Facility-Management-Systeme, angebunden werden.

Klüh Catering verpflegt EUREF-Campus in Berlin

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Klüh Catering hat den gastronomischen Betrieb am EUREF Campus Berlin übernommen und bietet dort vier unterschiedliche Gastronomiekonzepte an.

Das kulinarische Angebot reicht von Frühstücks- und Brunchangeboten über moderne Mittagskonzepte bis hin zu hochwertiger Restaurantgastronomie, teilte das Tochterunternehmen des Multiservice-Dienstleisters Klüh Anfang September mit. Alle Mitarbeiter des F&B-Bereichs der EUREF Event GmbH werden den Angaben zufolge weiterbeschäftigt.

Ein zentraler Bestandteil des Betriebsgastronomie-Konzepts ist die Klüh Catering-App. Sie bietet Gästen Zugriff auf Speisepläne, Bilder, Nährwertinformationen, Allergene und Nachhaltigkeitskennzahlen der angebotenen Gerichte. Gleichzeitig ermöglicht sie die digitale Bezahlung über einen persönlichen QR-Code.

KI-gestützte Kassensysteme sowie digitale Anwendungen für Warenwirtschaft, Qualitätssicherung und Lebensmittelsicherheit sollen zudem die internen Abläufe des Caterers effizienter und transparenter zu gestalten. Ein KI-gestütztes Waste Management hilft dabei, Lebensmittelabfälle zu analysieren und Prozesse zur Reduzierung von Verschwendung weiterzuentwickeln.

Am EUREF Campus in Berlin ist Klüh bereits seit September 2023 für die Sicherheit zuständig. Auch am EUREF Campus in Düsseldorf ist Klüh als Partner für Catering, Sicherheit und Reinigung verantwortlich.

Contracting-Branche wächst mit Erneuerbaren

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Die Contracting-Branche setzt ihr Wachstum fort und treibt mit standortspezifischen Lösungen den Einsatz erneuerbarer Energien voran.

Wie aus den Marktzahlen des Verbands für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (vedec) für das Jahr 2025 hervorgeht, legte der Umsatz der etwa 220 Mitgliedsunternehmen im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent auf rund 5,63 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Contracting-Verträge erhöhte sich gegenüber 2024 um 4 Prozent auf insgesamt etwa 92.000.

„In der Wohnungswirtschaft besteht ein enormer Bedarf, die Wärmeversorgung zu modernisieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Gleichzeitig stehen Wohnungsunternehmen vor der Herausforderung, diese Transformation bei laufendem Betrieb zu organisieren und zu finanzieren. Contracting kann diese Lücke schließen: Energiedienstleister übernehmen Verantwortung für Planung, Investition sowie Betrieb und machen aus dem Modernisierungsbedarf ein umsetzbares Projekt“, sagte Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des vedec, am 8. September bei der Präsentation. Laut den aktuellen Branchenzahlen entfallen inzwischen 70 Prozent der Contracting-Projekte auf die Wohnungswirtschaft, im Vorjahr waren es in diesem Bereich noch 56 Prozent. Insgesamt 63 Prozent der befragten Unternehmen haben Einzelobjekte in ihrem Portfolio, 22 Prozent Gebäudenetze und 15 Prozent Wärmenetze.

Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung

Eine Veränderung zeigt sich auch bei den eingesetzten Energieträgern. Der Anteil erneuerbarer Energien im Contracting ist laut vedec von 24 auf 31 Prozent angestiegen. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil von Erdgas von 70 auf 58 Prozent. Innerhalb der erneuerbaren Energien spielen unterschiedliche Technologien eine Rolle. Den größten Anteil haben Pellets mit 33 Prozent, gefolgt von Luft/Umweltenergie mit 23 Prozent sowie Sonnenenergie mit 14 Prozent. Contracting-Lösungen greifen zudem häufiger auf eine Versorgung mit Fernwärme zurück.

Branche blickt positiv auf die Entwicklung

Die Branche bewertet ihre Entwicklungserwartung mit 6,2 von 10 Punkten (Vorjahr: 5,8) weiterhin positiv. Zu den Faktoren, die die Entwicklung besonders unterstützt haben, zählen vor allem Förderprogramme und die positive Wahrnehmung erneuerbarer Energien. Auch die Finanzierung und das Rundum-sorglos-Paket durch Energiedienstleister sowie die zunehmende Akzeptanz der Wärmepumpentechnologie werden als unterstützende Faktoren genannt. Als wesentliche Hemmnisse nennen die Marktteilnehmer insbesondere wechselnde und unklare politische Rahmenbedingungen, die Wärmelieferverordnung sowie das Ringen um die Transformation des Gebäudeenergiegesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Auch lange Entscheidungsprozesse und Investitionszurückhaltung aufgrund der wirtschaftlichen Lage erschweren laut vedec die Umsetzung von Projekten.

Sauter betreut Kennedy Tower in Essen

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Sauter Deutschland übernimmt zusätzlich zum bestehenden Facility Management nun auch das Property Management des Kennedy Towers in Essen.

Damit verantwortet Sauter die technische und kaufmännische Betreuung des denkmalgeschützten Büro- und Dienstleistungsgebäudes aus einer Hand, teilte der Dienstleister Anfang September mit. „Im laufenden Betrieb macht es einen großen Unterschied, wenn Themen schnell angesprochen und Entscheidungen auf kurzem Weg getroffen werden können. Dieses vertrauensvolle Miteinander hat dabei geholfen, viele Punkte zügig zu strukturieren und gemeinsam pragmatische Lösungen für den Kennedy Tower zu finden“, sagte Lisa Zielke, Property Managerin bei Sauter Deutschland.

Qualitätsorientierte Vergabe von Reinigungsleistungen

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Eine öffentliche Ausschreibung für Gebäudereinigungsleistungen, die realistische Leistungswerte zugrunde legt, geeignete Zuschlagskriterien definiert und die Kalkulationen der Bieter tatsächlich prüft, ist kein bürokratischer Mehraufwand, sondern Voraussetzung dafür, dass ein Vertrag zustande kommt, der eingehalten werden kann.

Wer öffentliche Ausschreibungen für Gebäudereinigungsleistungen beobachtet, kennt das Muster: Am Ende gewinnt fast immer das Angebot mit dem niedrigsten Preis. Auf dem Papier ist das transparent und für Laien rechtssicher – in der Praxis aber häufig der Anfang eines Problems, das erst Monate später sichtbar wird: Wenn Reinigungskräfte fehlen, Leistungen nicht erbracht werden und der Auftraggeber nachverhandeln muss, was eigentlich schon fixiert ist. Das ist kein Einzelfall. Es ist eine Systematik, die mit dem Missverständnis beginnt, das Angebot mit dem niedrigsten Preis sei automatisch das Wirtschaftlichste.

Warum der Preis allein die falsche Rechnung vorgibt

Die Kalkulation einer Gebäudereinigung basiert auf Leistungswerten, also der Fläche, die eine Reinigungskraft pro Stunde bewältigen kann, um die Leistungen im Leistungsverzeichnis abzuarbeiten. Dieser Wert ist keine feste Größe, sondern hängt im individuellen Leistungsverzeichnis von einer Vielzahl an Einflussfaktoren ab. Genau hier liegt das Problem für jede Ausschreibung: Es gibt keine universell gültigen Leistungswerte, wohl aber marktübliche und tatsächlich machbare Werte.

Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar: Für ein Büro wurde als marktüblicher Leistungswert eine Reinigungszeit von 3,3 Minuten angesetzt. Realistisch betrachtet, unter Berücksichtigung aller Inhalte des Leistungsverzeichnisses, benötigt eine Reinigungskraft dafür aber machbare 6,5 Minuten. Die Differenz von etwa drei Minuten pro Raum und Reinigung mag zunächst klein erscheinen. Multipliziert über ein ganzes Reinigungsrevier oder -objekt entsteht im Jahresverlauf jedoch ein struktureller Zeitmangel, den die Reinigungskraft nicht ausgleichen kann, ohne Qualität zu opfern. Sie muss also Leistungen weglassen.

Wer unrealistische Leistungswerte in seiner Ausschreibung akzeptiert, schafft unrealistische Angebote – und öffnet Dumpingpreisen Tür und Tor. Das geht sogar so weit, dass Bieter fast zum „Immer-Billiger-Werden“ gedrängt werden, sonst würde sich die Mühe der Angebotserstellung gar nicht lohnen. Schließlich können Wettbewerber wieder mit höheren Leistungswerten aufwarten, um der Billigste zu werden.

Relevant sind vielmehr der Aufbau und die Wertung des Stundenverrechnungssatzes, der bereits bei der Konzeption des Vergabeverfahrens transparent strukturiert sein muss. Nur wenn der Stundenverrechnungssatz detailliert prüfbar ist, kann Dumping erkannt und aufgeklärt werden. Führen Nachfragen zu keiner nachvollziehbaren Aufklärung, wird das Angebot des Bieters gegebenenfalls ausgeschlossen.

Mehr Spielraum, als genutzt wird

Das europäische und nationale Vergaberecht zwingt niemanden zur reinen Preisentscheidung. Nach § 127 GWB und § 43 UVgO erhält das wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag – und das bestimmt sich über das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben dem Preis können ausdrücklich qualitative, umweltbezogene und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. technischer Wert, Betriebskosten, Lebenszykluskosten, Kundendienst, aber auch Organisation, Qualifikation und Erfahrung des eingesetzten Personals, sofern dessen Qualität die Auftragsausführung erheblich beeinflusst.

Die Vergabestellen müssen diese Kriterien, ihre Gewichtung und die Bewertungsmethode bereits mit den Vergabeunterlagen offenlegen. Das ist anspruchsvoll, wird aber in der Gebäudereinigung noch immer selten ausgeschöpft. Der Grund liegt weniger im Gesetz als in der Praxis: Eine reine Preiswertung ist einfach zu administrieren, rechtssicher zu begründen und schnell abzuschließen. Eine qualitätsorientierte Bewertung verlangt Vorarbeit, klare Konzeptanforderungen und eine belastbare Bewertungsmatrix. Genau diese Vorarbeit entscheidet später über die Qualität der Vertragsausführung.

Von der reinen Preiswertung zur Richtwertmethode

Die Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von Leistungen (UfAB) unterscheidet im Kern drei Bewertungsmethoden. Die reine Preiswertung beschränkt sich auf vollständig standardisierte Leistungen, bei denen die Qualität bereits durch die Leistungsbeschreibung abschließend gesichert ist. Für komplexe Reinigungsdienstleistungen mit individuellem Objektzuschnitt ist sie definitiv ungeeignet.

Die Einfache Richtwertmethode setzt Leistungspunktzahl und Preis in ein Verhältnis: Eine Kennzahl ergibt sich dabei aus dem Quotienten von Leistungspunkten und Preis. Die höchste Kennzahl gewinnt.

Die Erweiterte Richtwertmethode ergänzt dieses Prinzip um einen Schwankungsbereich und ein Entscheidungskriterium: Zunächst werden alle Angebote ermittelt, die innerhalb eines definierten Prozentbereichs um die beste Kennzahl liegen. Erst unter diesen verbliebenen, praktisch gleichwertig guten Angeboten entscheidet ein zuvor festgelegtes Kriterium – Preis oder Leistungspunktzahl – über den Zuschlag. Das Entscheidungskriterium ist keine Nebensache: Wird der Preis gewählt, gewinnt oft wieder das günstigste Angebot innerhalb der Toleranzgrenze. Wird die Leistungspunktzahl gewählt, setzt sich das leistungsstärkere Angebot durch, selbst wenn es etwas teurer ist. Vergabestellen, die diese Weichenstellung bewusst treffen, steuern das Ergebnis ihrer Ausschreibung erheblich stärker, als vielen bewusst ist.

Konkret gewichtet wird das über Konzeptwertungen, etwa ein Personalkonzept: Wie sucht der Bieter Personal, wie erfolgt das Onboarding, wie wird bei Ausfällen nachbesetzt, wie werden Mitarbeitende dauerhaft gebunden und kontrolliert? Solche Konzepte lassen sich anhand transparenter, in den Vergabeunterlagen vorab definierter Punkteraster bewerten. Voraussetzung dafür ist, dass die inhaltlichen Anforderungen klar formuliert und für alle Bietergrößen erfüllbar sind, auch für kleine und mittlere Unternehmen.

Vier Wertungsstufen, ein entscheidender Filter

In der Praxis lässt sich die Angebotswertung in vier Stufen teilen: die formale Prüfung, die fachliche Eignung, die Plausibilitätsprüfung der Kalkulation und schließlich die eigentliche Preis-Leistungs-Bewertung. Entscheidend ist die dritte Stufe. Wird die Plausibilitätsprüfung der Kalkulation übersprungen oder nur oberflächlich durchgeführt, gelangen unangemessen niedrige Preise ungefiltert in die finale Wertung und verzerren dort das Ergebnis zulasten der Bieter, die realistisch kalkuliert haben. Nur wenn alle vier Stufen kritisch und plausibel geprüft werden, lässt sich am Ende tatsächlich der wirtschaftlichste Bieter identifizieren.

Dass dieser Befund keine akademische Behauptung ist, zeigt eine aktuelle Befragung unter Vertriebs- und Kalkulationsverantwortlichen von bundesweit tätigen Gebäudedienstleistern mit langjähriger Erfahrung in öffentlichen Vergabeverfahren. Der zu starke Fokus auf den Preis wurde dort als größtes Hemmnis genannt, Preisdumping durch Mitbewerber als zweithäufigstes Problem. Nur eine von sechs befragten Personen hielt die bezuschlagten und frei einzutragenden Leistungswerte für realistisch, vier hielten sie für unrealistisch. Bemerkenswert dabei: Ausnahmslos alle Befragten fordern qualitätsorientierte Vergabemodelle. Ihre konkreten Forderungen deckten sich mit dem, was der rechtliche Rahmen bereits heute zulässt. Nämlich eine stärkere Gewichtung von Konzeptbewertung, eine Plausibilitätsprüfung der Kalkulation, mehr Werkverträge statt reiner Stundenkontrolle sowie ein strukturiertes Feedback nach Vergabeentscheidungen.

Qualität ist eine Kalkulationsgröße, kein Bekenntnis

Entscheidend ist der Perspektivwechsel: Qualität in der Gebäudereinigung ist kein weicher, schwer greifbarer Wert, den man gegen den Preis abwägen muss. Qualität lässt sich kalkulieren, in Leistungswerten abbilden, vertraglich definieren und über transparente Bewertungsmatrizen objektiv beurteilen. Wer stattdessen ausschließlich über den Preis vergibt, verlagert Probleme nur nach hinten – in Form von Personalfluktuation, Reklamationen, Nachverhandlungen und am Ende höheren Kosten. Damit müssen sich dann leider häufig die Leistungsempfänger in Schulen und Verwaltungen herumärgern.

Torsten Kohn

Zum Autor: Torsten Kohn ist Geschäftsführer der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e.V. und Gesellschafter des Beratungs- und Weiterbildungsunternehmen sarikohn in Berlin.

Weitere Detailinformationen und ein Interview mit Torsten Kohn lesen Sie in der Printausgabe (Heft 10/2026) von „Der Facility Manager“, die am 24. September erscheint.

Spie: Energiespar-Contracting in Reutlingen

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Spie Germany Switzerland Austria übernimmt für das Bildungszentrum Nord der Stadt Reutlingen die Planung und Umsetzung umfassender Energieeffizienzmaßnahmen sowie das anschließende Energiespar-Contracting mit einer Laufzeit von 15 Jahren.

Das Vorhaben soll den jährlichen Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaft um 42 Prozent senken und garantiert eine Energiekosten-Einsparung von 52 Prozent über die gesamte Vertragslaufzeit, teilte der Dienstleister Ende August mit. „Auf Basis der Analyse haben wir ein konkretes Maßnahmenpaket entwickelt, das wir nun Schritt für Schritt im laufenden Betrieb realisieren. Ziel ist eine technisch optimierte und dauerhaft energieeffiziente Gebäudebewirtschaftung“, sagte Spie-Projektleiterin Maria Faus-Villalba.

Zum Bildungszentrum Nord in Reutlingen zählen mehrere Schulgebäude, eine Sporthalle, eine Turn- und Festhalle sowie eine Mensa. Die Effizienzmaßnahmen umfassen laut Spie neben der Installation eines Pelletkessels sowie einer Photovoltaikanlage, die Erneuerung der Lüftungsanlagen, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die Sanierung der Trinkwasserinstallation sowie die Modernisierung der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für ein digitales Energiemanagement. Das Projekt wurde im Rahmen des Modellvorhabens „Co2ntracting: build the future!“ von der Deutschen Energie-Agentur (dena) unterstützt.

MTA Deutschland und ICS Cool Energy verschmelzen

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Der Trane Technologies Konzern hat seine beiden Gesellschaften in den Bereichen Mietgeschäft und Systemlösungen, ICS Cool Energy und MTA Deutschland, Ende August unter dem Dach von MTA Deutschland zusammengeführt.

Der Zusammenschluss soll die Kompetenzen in den Bereichen Mietkälte, Mietwärme sowie industrielle Kühl- und Heizlösungen im deutschen Markt bündeln, teilte MTA Deutschland mit. „Mit der Verschmelzung von ICS Cool Energy und MTA Deutschland gehen wir den nächsten Schritt zu einer starken, zukunftsorientierten Einheit. Nach dem Zusammenschluss der MTA mit der Rehsler Kühlsysteme letztes Jahr, vereinen wir nun die Teams, Kompetenzen und Marktstärken im Bereich der Mietkälte, um unsere Kunden noch umfassender zu unterstützen“, sagte Carola Wolters, Geschäftsführerin von MTA Deutschland.

„Die Zusammenführung ist ein wichtiger Schritt, um das Mietgeschäft unter der Marke ICS weiter auszubauen und gleichzeitig die System- und Produktkompetenz von MTA noch enger mit unserem Serviceanspruch zu verbinden“, ergänzte ICS-Geschäftsführer Andreas Stach.

Dussmann erweitert Vorstand

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Alexander Bonk ist seit dem 1. September neues Mitglied des Vorstands der Dussmann Group und für das deutsche Facility Management- und Food Services-Geschäft zuständig.

Bonk, der zuvor als Geschäftsführer das Deutschlandgeschäft des Servicespezialisten Leadec leitete, wird zugleich den Vorsitz der Geschäftsführung der Dussmann Service Deutschland GmbH übernehmen, teilte die Muttergesellschaft Dussmann Group mit. Die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführung sollen dabei unverändert ihre Funktionen behalten.

„Die neue Vorstandsposition trägt auch der steigenden Komplexität des Dienstleistungsgeschäfts Rechnung. Mit Alexander Bonk werden wir unser Geschäft mit technischen Services und integriertem Facility Management weiter ausbauen. Auch Dienstleistungen für Industriekunden sowie für Betreiber kritischer Infrastrukturen, zum Beispiel Rechenzentren, werden im Fokus stehen“, sagte Wolf-Dieter Adlhoch, Vorstandsvorsitzender der Dussmann Group.

Piepenbrock übernimmt Prüfleistungen für Kesseböhmer

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Die Piepenbrock Unternehmensgruppe hat zu Jahresanfang von der Kesseböhmer Beschlagsysteme GmbH den Auftrag erhalten, am Hauptsitz im niedersächsischen Bad Essen die elektrischen Maschinen, ortsveränderlichen Geräte und E-Ladestationen zu prüfen.

Seit Januar wurden unter anderem rund 600 Maschinen in verschiedenen Produktionsbereichen geprüft, teilte Piepenbrock Ende August mit. „Mit Elektroprüfungen in verschiedenen Bereichen unterstützen wir Kesseböhmer dabei, dass der Betrieb reibungslos läuft. Damit schaffen wir Sicherheit für die Mitarbeiter und reduzieren Ausfälle“, sagte Sebastian Sommer, Niederlassungsleiter Prüfservice bei Piepenbrock.

Techem leitet Führungswechsel ein

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Der Aufsichtsrat der Techem GmbH hat sich mit Matthias Hartmann, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung, sowie Dr.-Ing. Carsten Sürig, Chief Financial Officer, auf einen Wechsel an der Führungsspitze verständigt.

Beide sind mit Wirkung zum 27. August 2026 vorzeitig aus der Geschäftsführung ausgeschieden, teilte das Unternehmen weiter mit. „Matthias Hartmann und Carsten Sürig haben die strategische Transformation von Techem maßgeblich vorangetrieben, um das Unternehmen vom klassischen Mess- und Abrechnungsdienstleister zu einem digitalen Anbieter für Energie- und Gebäudemanagement weiterzuentwickeln“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Tom Blades.

Ulrich Schiller, aktuell CEO von Techem Deutschland, und Michael Nilles, Mitglied des Advisory Boards, leiten die Gruppe nun interimistisch als Co-CEOs, bis die Positionen endgültig neu besetzt sind, heißt es aus Eschborn. Schiller bringt den Angaben zufolge umfassende Erfahrung als Geschäftsführer in Wohnungsbauunternehmen mit, Nilles langjährige Digitalisierungsexpertise aus Stationen bei namhaften Industriefirmen.

Vebego reinigt weiter die Alte Oper Frankfurt

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Die Alte Oper Frankfurt hat den Vertrag mit Vebego Facility Services, die bereits seit rund zwanzig Jahren Dienstleistungen für das Konzerthaus übernimmt, zum 1. Juni verlängert.

Der Auftrag beinhaltet Unterhalts- und Glasreinigung, Veranstaltungsreinigung und -vorbereitung, Grundreinigungen, die Teppichpflege sowie Winterdienstleistungen, teilte die Unternehmensgruppe Ende August mit. „Unser Ziel ist, den hohen Qualitätsanspruch des Hauses jederzeit sicherzustellen. Dafür setzen wir auf abgestimmte Reinigungsprozesse, Tagesreinigung und eine enge Abstimmung mit unserem Kunden“, sagte Alexander Müller, Regionalleiter bei Vebego. Der Einsatz von Reinigungsrobotern werde aktuell geprüft.

Das Konzerthaus mit Räumlichkeiten mit rund 32.000 qm Fläche lockt den Angaben zufolge mit jährlich mehr als 460 Veranstaltungen etwa eine halbe Million Gäste an.

Strabag PFS betreut die DZ Bank

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Strabag Property and Facility Services (Strabag PFS) übernimmt zum Jahresanfang 2027 das technische Facility Management für die Konzernzentrale der DZ Bank AG in Frankfurt am Main.

Zum betreuten Immobilienportfolio gehören der Westend-Tower (58 Geschosse, 58.703 m²), das City Haus I (45 Geschosse, 60.820 m²), das City Haus II (10 Geschosse, 30.391 m²) sowie ein Pavillon (6 Geschosse, 2.747 m²), gab Strabag PFS Ende August bekannt. Die vier Gebäude im Frankfurter Bankenviertel mit 152.661 m² Gesamtfläche dienen dem Finanzinstitut als Konzernzentrale.

Laut Strabag PFS umfasst der Auftrag das technische Facility Management für sämtliche technischen Gewerke inklusive Gewährleistungsmanagement sowie die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz des Anlagenportfolios. Mit der Implementierungsphase wurde den Angaben zufolge bereits begonnen.

Neura Mobile Robots erwirbt Adlatus

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Die Neura Mobile Robots GmbH hat die auf autonome Reinigungsroboter spezialisierte Adlatus Robotics GmbH mit Sitz in Ulm komplett übernommen.

Nach dem Vollzug der Transaktion hält Neura Mobile Robots 100 Prozent der Anteile und führt Adlatus als Tochtergesellschaft weiter, teilten die beiden Unternehmen Ende August mit. Bestehende Vereinbarungen mit Geschäftspartnern, Bestellungen sowie Produkte, Service und Support sollen wie gewohnt fortgeführt werden. Ziel der Übernahme ist den Angaben zufolge, die Produkte von Adlatus weiterzuentwickeln. „Gemeinsam werden wir die bestehenden Reinigungs- und Kehrsaugroboter technologisch vorantreiben und darauf aufbauend eine umfassende Produktfamilie für autonome Reinigungsrobotik etablieren“, kündigten die beiden Hersteller an.

Neura Robotics mit Hauptsitz in Metzingen hatte erst im Oktober 2025 die ek robotics GmbH in Hamburg zugekauft, die fahrerlose Transportsysteme anbietet. Das Unternehmen wurde in Neura Mobile Robots GmbH umbenannt, während die Marke ek robotics erhalten blieb.